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Tolerantes Sachsen
 

Zwangsarbeit und Nationalsozialismus 1/3 - ein Weiterbildungsangebot für Akteur_innen der Gedenkstättenpädagogik



Date on/ from: 26.02.2017, 09:30 Uhr
Hour to: 26.02.2017, 17:30 Uhr

Das Prinzip Zwangsarbeit war ein elementares Element nationalsozialistischer Gewalt in den Jahren 1933 bis 1945. Es war wesentlich für die Etablierung der Gewalt- und Machtstruktur und ebenso wesentlich für die Stabilisierung der wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklung.

 

Ohne den Einsatz von Millionen von Zwangsarbeiter_innen aus ganz Europa wäre das nationalsozialistische Deutschland nicht in der Lage gewesen, den Angriffskrieg zu führen und ihn bis 1945 durchzuhalten. Sie diente, in der Gewissheit, den letzten Krieg an der Heimatfront verloren zu haben, der Aufrechterhaltung des Lebensstandards der Deutschen und verhalf der mörderischen Ideologie zu einer Machtbasis, die sie bis kurz vor ihrem Ende aufrecht erhalten konnte.

 

Die Geschichte der Zwangsarbeit im nationalsozialistischen Deutschland ist auch untrennbar mit der Struktur der Konzentrationslager verbunden. Bereits in den ersten Lagern, die als organisierte Struktur aus den frühen, wilden, Konzentrationslagern hervorgingen, mussten Häftlinge im Dienst der SS Zwangsarbeit verrichten. So erkannte die SS recht früh, welch wirtschaftliches Potenzial hinter den Menschen stand, über die man hinter dem Stacheldraht herrschte. Darüber hinaus entwickelte man das Prinzip ab 1939 bewusst weiter, um den Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden umzusetzen. Hinter der bekannten Formel im Protokoll der Wannseekonferenz „[i]n großen Arbeitskolonnen, […], werden die arbeitsfähigen Juden straßenbauend in diese Gebiete geführt“ steht nichts weiter als der Plan, den Völkermord durch Zwangsarbeit umzusetzen, neben der vollständigen Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden noch wirtschaftliches Kapital zu schlagen. Die Veranstaltung versucht, beide Aspekte dieser, von der SS in Konzentrationslagern organisierten, Zwangsarbeit zu beleuchten, sie in einen historischen Kontext zu setzen und ihre Motivation aufzudecken.

 

Teilnahme

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Die Hin- und Rückreise zur KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora kann per E-Mail durch Fahrgemeinschaften organisiert werden. Die Teilnahme an einzelnen Punkten der Veranstaltung ist möglich, sollte jedoch bei der Anmeldung angegeben werden. Anmeldungen sind bitte bis spätestens zum 24. Februar 2017 an info@boncourage.de zu übermitteln.

 

Referenten

Andreas Geike studierte in Deutschland und Polen Soziale Arbeit, Lerntherapie und Sonderpädagogik und absolvierte einen Master in Communication and Jewish Studies am jüdisch-amerikanischen Touro College. Neben der geschichtswissenschaftlichen Erforschung des Holocaust bilden die Themen 'Gedenkstättenpädagogik und Soziale Arbeit' sowie 'Gedenk- und Gedächtnisgeschichte' einen Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit. Seit über elf Jahren organisiert und begleitet er gedenkstättenpädagogische Projekte mit Jugendlichen und Erwachsenen.

 

Jan Sobe hat in Leipzig Germanistik, Geschichte sowie Erziehungswissenschaften studiert und ist heute als Lehrer für die Fächer Deutsch und Geschichte tätig. In seiner Freizeit ist er seit zehn Jahren an der Organisation und Durchführung von Gedenkstättenfahrten beteiligt. Im Rahmen der politischen Bildungsarbeit führt er Workshops durch und hält Referate zu verschiedenen historischen und subkulturellen Themenbereichen.

 

 

Programm (unter Vorbehalt)

 

26. Februar 2017 Borna, Bon Courage e.V. Büro

09.30 Uhr Begrüßung und Kennenlernen

10.00 Uhr Input-Referat I: Zwangsarbeit im Nationalsozialismus

10.30 Uhr Pause

10.45 Uhr Workshop I: Kategorien nationalsozialistischer Zwangsarbeit

12.00 Uhr Mittagspause

13.00 Uhr Input-Referat II: Das KZ Mittelbau-Dora im Kontext nationalsozialistischer Zwangsarbeit

13.30 Uhr Workshop II: Einzelbiografien von Zwangsarbeiter_innen und nationalsozialistischen Täter_innen im Kontext des KZ Mittelbau-Dora

14.15 Uhr Pause

14.30 Uhr Input-Referat III: Das „Außenkommando Penig“ als regionales Beispiel nationalsozialistischer Zwangsarbeit

15.00 Uhr Pause

15.15 Uhr Workshop III: Kennenlernen didaktisch-methodischer Möglichkeit am Beispiel des Geländes des ehemaligen „Außenkommandos Penig“

16.30 Uhr Reflexion und Ausblick

17.30 Uhr Verabschiedung

 

Weitere Termine:

01. April 2017 Nordhausen, KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

09.00 Uhr Abfahrt in Borna/Leipzig/Burgstädt (individuelle Anreise/Fahrtgemeinschaften)

10.30 Uhr Anreise an der Gedenkstätte Mittelbau-Dora

10.45 Uhr Begrüßung durch die Mitarbeiter_innen der Gedenkstätte / Besprechen des Tagesablaufs

11.00 Uhr Besuch der Gedenkstätte

13.00 Uhr Mittagspause

14.00 Uhr Workshop „Demokratielernen an Gedenkstätten“

15.30 Uhr Pause

15.45 Uhr Workshop „NS-Gedenkstätten als Orte kritischer historischer-politischer Bildung“

17.15 Uhr Reflexion

17.30 Uhr Verabschiedung und Abreise

 

02. April 2017 Borna, Bon Courage e.V. Büro

10.00 Uhr Workshop I „Zwangsarbeit und Vernichtung“

11.30 Uhr Pause

11.45 Uhr Workshop II „Zwangsarbeit und Ausbeutung“

13.15 Uhr Mittagspause

14.15 Uhr Diskussion und Reflexion der Arbeitsergebnisse der Workshops I und II

15.15. Uhr Pause

15.30 Uhr Reflexion/Sammlung von Themen für fortführende Weiterbildungsangebote

17.00 Uhr Verabschiedung



Venue:

Bon Courage e.V.
Kirchstraße 20-24
04‌55‌2 Borna

 



Costs

-



Registration through:

Anmeldungen sind bitte bis spätestens zum 24. Februar 2017 an info@boncourage.de zu übermitteln.



E-mail:
info@boncourage.de

Web address:
https://boncourage.de/news/geschichtelernen3




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