Aktion Zivilcourage e.V.

Johannes Enke / Sebastian Reißig
Adresse:
Aktion Zivilcourage e.V.
Postfach 100 228
01796 Pirna
Telefon:
0 35 01 - 46 08 80
Fax:
0 35 01 - 46 08 81
E-Mail:
post@zivilcourage-pirna.de
Web:
www.zivilcourage-pirna.de
Wir sind eine Gruppe von mehr als 30 Menschen im Alter zwischen 15 und 80 Jahren aus dem Landkreis Sächsische Schweiz. Wir sind parteineutral und setzen uns als Initiative mit den Themen Rechtsextremismus und Rassismus, besonders in unserer Region, auseinander. Wir erarbeiten Projekte, um das Demokratieverständnis unter Jugendlichen zu stärken und die Probleme Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit zu thematisieren.
So klären wir über Ziele, Symbole und Taten von Rechtsextremisten in Informationsveranstaltungen und durch erläuterndes Material auf und versuchen Hintergründe zu beleuchten. Besonders wichtig ist die Betreuung von Opfern rechter Gewalt. Wir begleiten und beraten sie beim Gang zur Polizei und anderen Behörden und vermitteln bei Bedarf spezifische Ansprechpartner. Vierundzwanzig Stunden am Tag sind wir über unsere Notrufnummer erreichbar.
Die Aktion Zivilcourage organisiert vielfältige Kulturveranstaltungen - Lesungen, Theateraufführungen und Konzerte, um Jugendlichen sinn- und wertvolle Angebote zu eröffnen. Und bei unseren regelmäßigen Partys kann auch mal ganz ausgelassen „abgefeiert“ werden. Besonders wichtig ist uns auch, andere jugendliche Initiativen und Gruppen mit unserem Wissen und unseren Erfahrungen bei ihrem Engagement für Demokratie und Toleranz zu unterstützen. Schließlich wissen wir, wie schwer die ersten Schritte und wie wichtig verlässliche Partner sind. Außerdem organisieren wir Seminare, Diskussionsrunden, Workshops, Bildungsfahrten und Begegnungscamps.
Wir betreiben eine Internetseite, um auch überregional über Rechtsextremismus und seine Folgen zu informieren, sowie konkrete Handlungsansätze aufzuzeigen.
Bei unseren Projekten arbeiten wir eng mit Institutionen, Schulen, Vereinen, freien Trägern, Initiativen, Behörden, Politikern und den Medien zusammen.
Gegründet haben wir uns Anfang 1999 aufgrund erschreckend hoher Wahlergebnisse rechter Parteien im Landkreis Sächsische Schweiz und einer zunehmenden Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen. So wurden mehrmals nichtrechte Jugendliche und Ausländer überfallen, wobei es zum Teil zu sehr schweren Körperverletzungen kam.
Hierbei tat sich vor allem die Gruppierung „Skinheads Sächsische Schweiz“ (SSS) hervor. Diese wurde am 5. April 2001 vom damaligen sächsischen Innenminister Klaus Hardrath wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung verboten. Bei einer Großrazzia des Landeskriminalamtes Sachsen (LKA) im Juni 2000, bei der über 50 Wohnungen von „SSS“-Mitgliedern durchsucht wurden, hatten die Beamten große Mengen Waffen und Munition sowie zwei Kilogramm Militärsprengstoff (TNT) und Zündvorrichtungen gefunden.
2003 wurden in zwei Verfahren insgesamt 17 Mitglieder der „SSS“ vom Dresdner Landgericht wegen des Vorwurfs der Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung verurteilt.
Aber nicht nur solch fest organisierte Kameradschaften, auch der ganz „normale“ Alltagsrassismus und die vielen „Mitläufer“ des rechtsextremen Gedankengutes vergiften das Klima in unserer Region. Die NPD und rechtsextreme Kameradschaften setzen mit ihren Strategien und allen anderen Aktivitäten besonders auf junge Leute und stoßen dabei nicht auf taube Ohren. Deshalb halten wir es für besonders wichtig, gerade Jugendlichen zu zeigen, dass dumpfe Parolen keine gesellschaftlichen Probleme lösen und geschürte Vorurteile nur ein Feindbild vermeintlicher Gegner schaffen. Vielmehr streben wir ein Klima an, in dem Rechtsextremismus, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit keinen Nährboden finden.
Die Vergangenheit können wir nicht ändern, aber unsere demokratische Zukunft müssen wir aktiv mitgestalten.
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