01.07.20 | Mahngang und Öffentliches Gedenken an Marwa El-Sherbini | Dresden

14:00 Uhr | Johannstädter Kulturtreff, Elisenstr. 23

Autor_innen: Ausländerrat Dresden, Johannstädter Kulturtreff e.V., RAA Sachsen Opferberatung, Afropa e.V., Querstadtein, Dresden Postkolonial (Facebook)

Liebe Alle,

am Mittwoch, den 1. Juli 2020, möchten wir an den rassistisch-motivierten Mord an Marwa El-Sherbini erinnern. Daher laden wir Sie und euch herzlich um 16 Uhr zu einem öffentlichen Gedenken und gemeinsamen Blumenniederlegung vor das Dresdner Landgericht, Lothringer Straße 1, ein.
Im Voraus findet ab 14.00 Uhr ein Mahngang anlässlich des Gedenkens statt, bei dem an verschiedenen Stationen u.a. über Marwa El-Sherbini, den Tathergang und rassistische Kontinuitäten in unseren gesellschaftlichen Strukturen gesprochen wird.
Der Treffpunkt ist am Johannstädter Kulturtreff, Elisenstr. 23, um 14 Uhr. Bringt gerne Blumen oder Kerzen mit.

Herzliche Grüße im Namen des Vorbereitungskreises zum Gedenken

Hintergrund:

Im August 2008 wurde Marwa El-Sherbini von ihrem späteren Mörder Alex W. auf einem Dresdner Spielplatz als „Islamistin“ und „Terroristin“ beschimpft. Nach einer Anzeige bei der Polizei kam es am 1. Juli 2009 zur Gerichtsverhandlung im Dresdner Landgericht, bei der die schwangere Marwa El-Sherbini als Zeugin aussagen sollte. Im Gerichtssaal beleidigt Alex W. die Ägypterin, dann sticht er überraschend und insgesamt 16-mal auf die Frau ein. Auch der Ehemann erhält mehrere Stiche beim Versuch, seiner Frau zu helfen. Im November 2009 verurteilt das Landgericht Dresden Alex W. zu lebenslanger Haft wegen Mordes, außerdem verkündet die Kammer eine besondere Schwere der Schuld. Alex W. tötete Marwa El-Sherbini aus antimuslimischen Rassismus heraus.

Weitere Informationen hier (Facebook)

Ausländerrat Dresden e.V.

Der 1990 gegründete Ausländerrat Dresden e.V. setzt sich für die Interessen von Menschen mit Migrationshintergrund in Dresden ein. Ziel seiner Arbeit ist die Förderung der kulturellen, sozialen und politischen Integration von Migranten und der Stärkung ihrer Selbstvertretung.