04.09. | Seminar: Keine Schlussstriche. Jugendarbeit nach dem NSU | Chemnitz

9:00-17:30 Chemnitz

Ausgehend von den Aktivitäten des sogenannten NSU werden im Seminar zum einen sozialräumliche Bedingungen, Entwicklungen und Kontinuitäten in Chemnitz in den Blick genommen. Dafür wird auch auf vergangene und gegenwärtige völkisch-rassistische Strukturen und Akteur*innen vor Ort geschaut. Zum anderen wird es darum gehen, Ableitungen für eine Jugendarbeit nach dem NSU zu finden.

Die Frage bewegt: Welche Rolle spielt Jugendarbeit als (politische) Akteurin für die Etablierung eines demokratisch ausgestalteten Sozialraums und was bedeutet dies für das fachliche Selbstverständnis als emanzipatorische Profession. Nach Ende des NSU-Prozesses 2018 steht dessen nachhaltige Aufarbeitung in der Praxis noch weitgehend aus. Dies meint nicht allein eine gesellschaftspolitische Beschäftigung, sondern explizit auch eine pädagogische Auseinandersetzung mit neonazistischem Terror. Neben dem Unterstützungsnetzwerk müssen dafür auch spezifische Besonderheiten des jeweiligen Lokalraums in den Blick genommen werden, aus denen heraus der NSU agierte.

Die Sichtbarkeit neonazistischer Akteur*innen zu dieser Zeit und die stellenweise unwidersprochene Präsenz von antidemokratischen, rassistischen oder völkischen Einstellungen trugen dazu bei, dass ein sozialräumliches Klima vorherrschte, in welchem sich der NSU relativ frei bewegen konnte.

Auch Soziale Arbeit muss ihre Verstrickung in sozialräumliche Gegebenheiten kritisch reflektieren – bspw. wenn es um frühe Ansätze »akzeptierender Jugendarbeit« geht.

Referent*innen: Danilo Starosta & Hannah Zimmermann
Methoden: Input, Sozialraumerkundung, Gruppenarbeit
Zielgruppe: Fachkräfte der Jugendsozialarbeit und der (politischen) Jugendbildungsarbeit

Kosten: (inklusive Verpflegung und Übernachtung)
Mitglieder: 55,00 Euro
Nichtmitglieder: 65,00 Euro

Ansprechpartner*in: Markus Weidmüller
Telefon: (0371) 5 33 64 – 22

Das Seminar findet in Zusammenarbeit mit der „Geschichtswerkstatt Transformationsgesellschaft und Jugendhilfe in Chemnitz“ statt.

Die Veranstaltung wird gefördert durch das Landesprogramm »Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz«.

Mehr Informationen und Anmeldung

AGJF Sachsen e.V.

Die AGJF Sachsen ist Dach- und Fachorganisation für Jugendarbeit und Jugendhilfe. Unser Ziel ist es, mit unseren Leistungsangeboten die fachliche Kompetenz von Jugendarbeiter*innen zu verbessern und ihnen praktische Hilfestellungen zu geben.