08.09. | Den 11. September erklären: 9/11 und die Erzählung von der Verschwörung | Online

18:00 – 20:00 Uhr | Ort bei Anmeldung

Autor_Innen: Amadeu Antonio Stiftung

Philipp Gassert, Lehrstuhl für Zeitgeschichte, Universität Mannheim

Als die Türme des World Trade Center einstürzten, war die Welt live dabei. Die Anschläge des 11. September 2001 mit Tausenden von Todesopfern und ihrer medialen Verbreitung „wie aus einem Katastrophenfilm“ wirkten präzedenzlos. Sie unterbrachen weltweit Alltagsroutinen, sie zwangen Politik und Menschen rund um den Globus zu Reaktionen. Ein solches, unvorhergesehenes, auch schockartiges Ereignis verlangt nach Erklärungen. Dies, wie auch die Tatsache, dass die Regierung Bush den Anschlag politisch instrumentalisierte, beförderte Verschwörungsnarrative und Mythen, wonach eine Gruppe von Insidern für die Anschläge verantwortlich war. Bekanntlich versuchen Verschwörungsnarrative Ordnung ins Chaos bringen, sie mache perfide inside jobs und von langer Hand geplante menschliche Handlungen aus, wo doch nur der blanke Zufall herrscht. Es handelt sich um (fehlgeleitete) Orientierungsversuche, die jedoch gerade auch in der demokratischen Kultur der USA über eine lange Tradition verfügen und die auch als Teil des gesellschaftlichen Widerstands gegen die Kriegspolitik der Regierung Bush gedeutet werden können. Der Mannheimer Historiker Philipp Gassert diskutiert Verschwörungsnarrative rund um den 11. September im Kontext der Geschichte von 9/11. Der Vortrag baut auf seinem Buch „11. September 2001 – 100 Seiten“ (Stuttgart: Reclam 2021) auf.

Das Projekt debunk. Verschwörungstheoretischem Antisemitismus entgegentreten“ der Amadeu Antonio Stiftung in Sachsen untersucht die Schnittstelle aus Antisemitismus und Verschwörungsideologien. Projektleiter Benjamin Winkler wird im Anschluss an den Vortrag von Philipp Gassert einige Thesen präsentieren, wie sich im Kontext der Mythen um 9/11 antisemitische und verschwörungsideologische Gefühle und Gedanken in Deutschland verbreitet haben.

Im Anschluss laden wir Sie herzlich zur Fragerunde und zur Diskussion ein. Die Veranstaltung findet auf der Plattform ZOOM statt. Interessierte melden sich bitte bis spätestens 31. August unter Angabe von Name, Emailadresse und ggf. zugehöriger Organisation/Projekt über sachsen@amadeu-antonio-stiftung.de an. Die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt. Der Link zur Veranstaltung wird 1-2 Tage vorher per Mail versandt.

Rückfragen richten Sie bitte an: Benjamin Winkler, debunk@amadeu-antonio-stiftung.de

Weitere Informationen hier

Amadeu Antonio Stiftung

Die Amadeu Antonio Stiftung reagiert auf eine rechtsextreme Alltagskultur, die sich vor allem in den neuen Bundesländern verankert hat. Das Ziel der Stiftung ist es, eine zivile Gesellschaft zu stärken, die dem Problem entschieden entgegentritt. Dafür unterstützt sie Initiativen und Projekte, die kontinuierlich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus vorgehen, sich für eine demokratische Kultur engagieren und für den Schutz von Minderheiten eintreten. Die wichtigste Aufgabe der Amadeu Antonio Stiftung: Lokale Akteurinnen und Akteure über eine finanzielle Unterstützung hinaus zu ermutigen, ihre Eigeninitiative vor Ort zu stärken.