08.11. | 15. Festakt Sächsischer Förderpreis für Demokratie mit Podiumsdiskussion „10 Jahre Aufdeckung des NSU“ | Dresden und Online

15:00 – 20:00, Kleine Haus des Staatstheater Dresden

Autor_innen: Amadeu Antonio Stiftung

Sehr geehrte Kolleg:innen,

Liebe Freund:innen des Sächsischen Förderpreises,

bereits zum 15. Mal laden wir Sie und Euch zum Festakt des Sächsischen Förderpreis für Demokratie nach Dresden ein.

Von Anfang an war es das Ziel des Preises und seiner auslobenden Stiftungen, das demokratische Engagement in Sachsen sichtbar zu machen und zu würdigen. Der Anlass hierfür war nicht zuletzt eine verankerte und gefährliche Szene von Neonazis sowie ein grassierender Alltagsrasissmus oder andere menschenverachtende Einstellungen im sächsischen Alltag. Ausgehend von den erschütternden Ereignissen der 1990er Jahre (z.B. Pogrome in Hoyerswerda 1991) entschlossen sich Menschen im Freistaat, sich nicht mit diesem Alltag abzufinden. Sie engagierten sich in Vereinen, gründeten Initiativen oder führten eigene Projekte durch. Das Engagement der zumeist jungen Menschen blieb lange Zeit entweder unbemerkt oder wurde sogar zurückgewiesen, da einige meinten, in Sachsen gebe es keine Probleme mit Rechtsextremismus oder Rassismus. Hinzu kam, dass Neonazis und andere Demokratiefeinde das Engagement versuchten mit Gewalt einzuschüchtern. Vor 15 Jahren wurde dann mit dem Sächsischen Förderpreis für Demokratie eine öffentliche Plattform geschaffen, die es schaffte, das Engagement für Demokratie und gegen Menschenfeindlichkeit sichtbar zu machen. Kleine Vereine oder bisher unbekannte Initiativen erhielten Haupt- oder Anerkennungspreise und somit Motivation für das Weitermachen.

Heute, 15 Jahre später hat sich (leider) am Anlass des Preises und seiner Ideen wenig geändert. Bei den Bundestagswahlen 2021 erhielt die rechtsradikale AfD die meisten Zweit- oder Erststimmen. Netzwerke und Initiativen berichten von einem noch immer grassierenden Alltagsrasismus oder anderen Diskriminierungsformen in vielen Teilen Sachsens. Doch auch das Engagement ist geblieben. Trotz Pandemie und anhaltendem Druck engagieren sich ungebrochen Vereine, Initiativen und Kommunen. 2021 bewarben sich 52 Projekte bzw. Akteur:innen für den Sächsischen Förderpreis für Demokratie.

Aus diesen Bewerbungen wird die Jury nun am 12. Oktober einige Einreichungen auswählen, die am 8.11. in Dresden den begehrten Hauptpreis oder Anerkennungspreise erhalten. Ähnlich, wie in den letzten Jahren wird auch wieder der Preis „Kommune der Demokratie“ verliehen. Neu ist 2021, dass es einen Sonderpreis geben wird, der sich dem Themenfeld Demokratiebildung widmen wird. Er trägt den Namen von Peter Henkenborg. Dieser war Professor für Didaktik an der TU Dresden. Mit dem Peter Henkenborg Preis für die Didaktik der Demokratie werden Akteur:innen ausgezeichnet, welche neuartige und innovative Bildungsansätze verfolgen.

Im November 2021 jährt sich ein wichtiges Ereignis. Am 4.11.2011 wurde in Eisenach die Spur und die Strukturen des Neonazinetzwerks „Nationalsozialistischer Untergrund“ aufgedeckt. Entdeckt wurde damit auch, dass Neonazis jahrelang Menschen nach rassistischen Motiven ermordet haben. Inzwischen haben sich mehrere Untersuchungsausschüsse mit dem NSU auseinandergesetzt, auch im sächsischen Landtag. Wir wollen diese Jährung zum Anlass nehmen, um im Vorfeld der Preisverleihung mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion der Frage nachzugehen: 10 Jahre Aufdeckung des NSU – Was hat sich getan? Was hat sich bewegt? Was ist noch zu tun? Hierzu laden wir Sie euch ebenso ein.

In diesem Jahr laden wir ein, ins Kleine Haus des Staatstheater Dresden. Am 8.11. startet zuerst 15 Uhr die Podiumsdiskussion. Mit dabei sind u.a. Staatsministerin Katja Meier und Künstlerin  und Aktivistin Ayşe Güleç. Um 17 Uhr laden wir Sie und euch zu einem kleinen Empfang ein. Ab 18 Uhr startet dann der eigentliche Festakt. Dieser endet spätestens 20 Uhr. Aufgrund der Corona-Pandemie wird es nach dem Festakt keinen weiteren Empfang geben. Die Veranstaltungen werden über die Internetseite www.demokratiepreis-sachsen.de live übertragen.

Wenn Sie oder ihr teilnehmen wollen, nutzen Sie / nutzt den folgenden Direktlink:
https://www.umfrageonline.com/s/c4ef15d

Aufgrund der geltenden Sitzplatzbeschränkungen sind die Vor-Ort-Plätze limitiert. Pro Gast kann maximal eine weitere Person mitgebracht werden. Für Nominierte oder Partner:innen-Organisationen gelten Ausnahmen. Melden Sie sich bitte bei Fragen unter foerderpreis@amadeu-antonio-stiftung.de.

Wir freuen uns auf Sie und euch am 8.11. in Dresden.

Benjamin Winkler, Koordinator

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Amadeu Antonio Stiftung

Die Amadeu Antonio Stiftung reagiert auf eine rechtsextreme Alltagskultur, die sich vor allem in den neuen Bundesländern verankert hat. Das Ziel der Stiftung ist es, eine zivile Gesellschaft zu stärken, die dem Problem entschieden entgegentritt. Dafür unterstützt sie Initiativen und Projekte, die kontinuierlich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus vorgehen, sich für eine demokratische Kultur engagieren und für den Schutz von Minderheiten eintreten. Die wichtigste Aufgabe der Amadeu Antonio Stiftung: Lokale Akteurinnen und Akteure über eine finanzielle Unterstützung hinaus zu ermutigen, ihre Eigeninitiative vor Ort zu stärken.