10.05.19 | LeseZeichen. Open-Air-Lesung zum Gedenken an die Bücherverbrennungen 1933 | Leipzig

14:00 -20:00 | Petersstraße/Ecke Schillerstraße, 04109 Leipzig

Es betraf Franz Kafka und Jack London, Klaus und Heinrich Mann, Karl Marx, Rosa Luxemburg und Clara Zetkin, Jaroslav Hašek und Wladimir Majakowski, Bruno Traven und Frida Rubiner, Magnus Hirschfeld, Kurt Tucholsky und viele andere Autor*innen – ihre Bücher wurden 1933 im Zuge der „Aktion wider den undeutschen Geist“ aus Universitäten, Bibliotheken und Buchhandlungen entfernt, zu Scheiterhaufen gestapelt und gingen im Beisein Tausender Schaulustiger in Flammen auf.

Mit einer öffentlichen Lesung möchten wir an die Bücherverbrennungen erinnern und damit an die als jüdisch, marxistisch, pazifistisch, liberal oder auf andere Weise oppositionell verunglimpften und verfolgten Autor*innen im NS-Staat. Wir möchten daran erinnern, dass diese Ereignisse das Ende der Demokratie und der Gedankenfreiheit einläuteten und in eine Diktatur führten, in der schließlich Heinrich Heines vielzitierter Satz auf unfassbar schreckliche Weise Realität werden sollte: „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“

Wir laden zum gemeinsamen Lesen und Zuhören ein, zum Wiederentdecken der Ideen und Texte der Verfemten für unsere Gegenwart. Und wir sprechen uns mit dieser Lesung für gesellschaftliche Vielfalt aus und gegen die Ausgrenzung von Menschen, denn: „Freiheit darf kein Privilegium sein“ (Rosa Luxemburg).

Zuhören ist einfach, Mitlesen auch!

Jede/r Vorlesende entscheidet sich für ein Werk und eine Textstelle. Wir freuen uns über Beiträge bis max. zehn Minuten pro Teilnehmer*in. Eine Titelliste haben wir unter https://www.facebook.com/Initiativkreis9.November/ online gestellt und bitten um Anmeldung via E-Mail an lesezeichen-leipzig@riseup.net. Für spontane Leser*innen gibt es auch Texte, die wir während der Veranstaltung zur Verfügung stellen.

Anmeldeschluss ist der 1. Mai 2019 (Tag des Buches)

EnterHistory!

Mit EnterHistory! stellen wir die Frage nach einem möglichen Zugang zu Geschichte und verneinen einen solchen zugleich – die Beschäftigung mit Geschichte und das Erzählen von Geschichten sind Prozesse, sie können nicht festgeschrieben werden und sind stets nur Momentaufnahmen mit begrenztem Rahmen. Unser Hauptarbeitsfeld ist seit 2015 die jüdische Geschichte Leipzigs.