14.11. | Untergangster im Untergang? Input und Diskussion über die Ideologie der ‚Identitären‘ und ihre Aktivitäten in Dresden | Dresden

19:00 – 21:00 Hörsaalzentrum der TU Dresden · Bergstraße 64 · Dresden

Immer wieder tauchen die extrem rechten ‚Identitären‘ mit ihren Verbindungen zu rechten Parteien und mit Aktionen in der (digitalen) Öffentlichkeit auf. Universitäten sind einer ihrer Aktions- und Netzwerkräume. Doch der „Identitären Bewegung“ scheint die Kraft auszugehen. Welche Gefahr geht von den Identitären dennoch aus?

Wie andere extrem rechte Strömungen versuchen die „Identitären“ sich zumindest oberflächlich vom Nationalsozialismus abzugrenzen und gesellschaftlich anschlussfähige Konzepte eines modernisierten völkischen Nationalismus zu propagieren. Dabei bedienen sie sich eines Straßenaktivismus, der geschickt mit Social-Media-Tools inszeniert und verbreitet wird.

Bisherige Auseinandersetzungen übernahmen nicht selten unkritisch Selbstbezeichnungen der ‚Identitären‘ als „weder links noch rechts“ oder „Neue Rechte“ und ließen dahinter stehende ideologische Denkmuster meist zu kurz kommen.

Auf der Veranstaltung wird zuerst Judith Goetz einen kurzen Vortrag über Ideologie und Organisierung der „Identitären“ halten. Sie hat den Sammelband „Untergangster des Abendlandes. Ideologie und Rezeption der rechtsextremen ‚Identitären‘“ mitherausgegeben.

Anschließend gibt Marco Pfeiffer seine Einschätzung zu Aktivitäten und Netzwerken der Identitären in Dresden. Was tun die Identitären in Dresden? Wohin suchen sie Verbindungen? Wie kann eine Stadtgesellschaft ihre Kampagnen beantworten? Danilo Starosta gibt abschließend einen Überblick über aktuelle Handlungs-und Aktionsfelder der IB in Sachsen.

Die Gäste

– Judith Goetz ist Mitherausgeberin des Bandes „Untergangster des Abendlandes. Das Buch über die rechtsextremen Identitären“. Sie schrieb darin über „Geschlechterpolitiken, Antifeminismus und Homofeindlichkeit im Denken der ,Identitären‘“ sowie über „‚Identitäre‘ Selbstinszenierungen und ihre Rezeption durch österreichische Medien. Sie ist Literatur – und Politikwissenschaftlerin, Mitglied der Forschungsgruppe Ideologien und Politiken der Ungleichheit (FIPU) sowie des Forschungsnetzwerks Frauen und Rechtsextremismus und dissertiert an der Uni Wien.

– Marco Pfeiffer ist Antifaschist in Dresden. Im Rahmen verschiedener politischer Bildungsarbeit klärt er über die Aktivitäten und Handlungen der Identitären auf.

– Danilo Starosta arbeitet seit 15 Jahren in der Fachstelle Jugendhilfe beim Kulturbüro Sachsen e.V., dem Träger der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in Sachsen.

– Moderation: Hannah Eitel arbeitet als Bildungsreferentin bei Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen zum Themenbereich Rechtspopulismus.

Antidiskriminierungs-Regel

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.

Kulturbüro Sachsen e.V.

Das Kulturbüro Sachsen e.V. berät lokale Vereine, Jugendinitiativen, Kirchgemeinden, Netzwerke, Firmen sowie Kommunalpolitik und -verwaltung in Sachsen mit dem Ziel, rechtsextremistischen Strukturen eine aktive demokratische Zivilgesellschaft entgegenzusetzen.