16.+17.09. | Pandemie, Protest und Populismus – Verunsicherung und Verwerfungen des Politischen nach Corona | Leipzig

Do 13:00 Uhr – Fr 17:00 Uhr | Zeitgeschichtliches Forum: Grimmaische Straße 6, 04109 Leipzig

Autor_innen: Sächsische Landeszentrale für politische Bildung

Die COVID-19-Pandemie hat unseren Alltag innerhalb kürzester Zeit grundlegend verändert. Grenzen wurden zwischenzeitlich weitgehend geschlossen, individuelle Freiheitsrechte eingeschränkt, Kommunikations- und Alltagsroutinen neuen Ordnungsregimen unterworfen. Eine langfristige Folge sind wirtschaftliche Verwerfungen und eine Beschleunigung sozialer Transformationsprozesse. Diese Konfliktlinien artikulieren sich in neuen Formen politischen Protests und einer wahrgenommenen gesellschaftlichen Spaltung.

In Deutschland äußert sich Protest unter anderem in der sogenannten Querdenken-Bewegung, in der Populismus, Verschwörungsmythen und politische Esoterik mit Kritik an einzelnen Coronamaßnahmen zusammenfließen. Politische Akteurinnen und Akteure suchen vielerorts den Schulterschluss mit diesen neuen Protestbewegungen, indem sie das Krisenmanagement der Regierenden in Frage stellen und dabei nicht selten die mit dem Virus verbundenen Gefahren verharmlosen.

In der Corona-Krise öffnet sich insbesondere für die »Neue Rechte« ein Gelegenheitsfenster für neue Themensetzungen und politische Allianzen. Andererseits nutzen vielerorts autokratische Regierungen die Gunst der Stunde, um ihre Macht durch eine (weitere) Aushöhlung demokratischer Institutionen auszubauen. Aber auch in der Bundesrepublik werden die »Stunde der Exekutive« und die temporäre Einschränkung von Grundrechten kritisch beobachtet.

Diese unterschiedlichen Reaktionen und Entwicklungen sowie ihre potenziellen Konsequenzen und Gefahren für die liberale Demokratie werden wir auf unserer Tagung »Pandemie, Protest und Populismus« untersuchen und aus verschiedenen wissenschaftlichen sowie zivilgesellschaftlichen Perspektiven diskutieren.

Donnerstag, 16. September 2021

bis 13:00 Uhr

Ankommen und Anmeldung

13:00 – 13:30 Uhr

Begrüßung und Einführung durch die Organisatoren

13:30 – 14:30 Uhr

Keynote

Viral – real – irrational.  Gefühlte Wahrheiten und esoterische Politisierung in den Corona-Protesten.

  • Prof. Dr. Claudia Barth (Hochschule Esslingen)

14:30 – 15:00 Uhr

Kaffeepause

15:00 – 16:30 Uhr

Panel 1: Paradigmen der Pandemie

Antifeminismus und Pandemie-Leugnung:
Das Entstehen neuer Bündnisse in Zeiten der Corona-Pandemie?

  • Rebekka Blum (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) & Len Schmid

»Mit dem Virus leben?«
Präventionsparadigmen von HIV/Aids und Corona im Vergleich

  • Dimitra Kostimpas (Ludwig-Maximilians-Universität München)

16:30 – 17:00 Uhr

Kaffeepause

17:00 – 18:30 Uhr

Panel 2: Protestperformanzen

Tanzen bis zum Reichstagssturm. Die politische Performativität der autoritären Corona-Proteste zwischen affektiver Kollektivierung und gewalttätiger Entgrenzung

  • Sebastian Sommer (Freie Universität Berlin)

»5 Gramm of Corinna«. Verschwörungsnarrative rechter Influencer:innen auf YouTube während der Corona-Pandemie

  • Sandra Rokahr (Universität Groningen, Niederlande)

18:30 – 19:00 Uhr

Pause

19:00 – 20:15 Uhr

Öffentlicher Abendvortrag

Freitag, 17. September 2021

9:00 – 10:30 Uhr

Panel 3: Rechte Protestmobilisierung

Die Verbindung von Rechtspopulisten und konservativen Christen am Beispiel der Corona-Proteste

  • Janina Coronel-Zähringer (Eberhard Karls Universität Tübingen)

Die rechtspopulistische PEGIDA in der COVID-19 Pandemie: Virtueller Protest »für unsere Bürgerrechte«

  • Sabine Volk (Uniwersytet Jagielloński Kraków)

10:30 – 11:00 Uhr

Kaffeepause

11:00 – 12:30 Uhr

Impuls und Diskussion

Antisemitismus und Protest:
Alltagsprägender Antisemitismus in Zeiten der Covid-19

  • Daniel Poensgen & Raphael Hoffmann (Recherche und Informationsstelle Antisemitismus – RIAS)

Stellungbeziehen und Positionieren in Zeiten der Pandemie

  • Verena Häseler & Simon Rettenmaier (beide Universität Kassel)

12:30 – 14:00 Uhr

Gemeinsames Mittagessen

14:00 – 15:30 Uhr

Panel 4: Die Exekutive in der Pandemie

Exekutivierung und Nationalisierung der Pandemie
in den Niederlanden

  • Dr. Felix Sassmannshausen

BürgermeisterInnen in der Corona-Pandemie

  • Jonas Rädel (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

15:30 – 15:45 Uhr

Kaffeepause

15:45 – 16:45 Uhr

Abschlusspodium

Was bleibt von den Protesten?

  • Heike Kleffner (Journalistin)
  • Dirk Neubauer (parteiloser Bürgermeister von Augustusburg)
  • Moderation: Marie-Kristin Landes

16:45 – 17:00 Uhr

Konferenzabschluss

Anmeldung

Weitere Informationen zur Anmeldung folgen in Kürze hier.

In Kooperation mit:

  • Hans Böckler Stiftung
  • Hochschule Düsseldorf, Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus
  • Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Zeitgeschichtliches Forum Leipzig

Weitere Informationen hier

Redaktion TolSax

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