16./23.11.21 | mikopa-Konferenz: Dialoge der Generationen in der postmigrantischen Gesellschaft | Online

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je 17:00 – 20:30 Uhr | Ort nach Anmeldung

Autor_innen: mikopa (ZEOK e.V.)

2-tägiges Konferenzprogramm mit Impulsvorträgen, Kurz-Workshops und Paneldiskussionen

Tag 1 | 16.11.21 – Thema: Migrantische und postmigrantische Perspektiven des Erzählens und Erinnerns

Impulsvortrag von Nina Simon
SPRACHE MACHT WISSEN

Zur Notwendigkeit machtkritischer Reflexionen auf Sprache und damit verbundenen Dilemmata: Ausgehend vom Konzept des Zu-Sehen-Gebens (Schade/Wenk 2011) skizziert Nina Simon, weshalb es lohnenswert sein kann, die mit Sprache verwobene Produktion von Wissen machtkritisch zu reflektieren und auch die Dilemmata, die dabei sichtbar werden, konsequent in die Überlegungen einzubeziehen.

Workshop von Merjam Wakili
Die transformative Kraft des Zuhörens

Von allen Sinnesorganen sind die Ohren die ersten, die beim menschlichen Embryo ausgebildet werden. Wer Ohren hat, hört. Und zwar gar nicht so wenig: etwa 16 Stunden kommen da im Durchschnitt täglich zusammen. Zuhören scheint selbstverständlich zu sein. Aber so banal wie es scheint, ist es nicht. Was heißt es, einem Gegenüber wahrhaftig zuzuhören? Wie und wann entsteht der Raum, in dem tatsächlicher Austausch und Begegnung möglich werden?

In diesem Workshop tauchen wir ein in die verschiedenen Ebenen des Zuhörens. Wir erfahren uns selbst als Zuhörer*in und wie es ist, wenn unser Gegenüber uns bedingungslos zuhört. Was macht es mit uns? Wie fühlt es sich an? Gemeinsam erschließen wir uns die transformative Kraft des Zuhörens, die für Dialogräume essentiell ist.

Diskussionspanel mit Mahmoud Dabdoub, Lydia Lierke, Anita Rotter, Danilo Starosta,  moderiert von Merjam Wakili

Machtvolles Wissen – Erinnern und Erzählen in der postmigrantischen Gesellschaft

„30 Jahre Wende. 30 Jahre friedliche Revolution“. Dieses hegemoniale Narrativ wird durch die vielstimmigen und (post)migrantischen Erinnerungen gestört. Mit neuen Generationen migrantischer und postmigrantischer Stimmen wird in mehrheitlich weiße Erinnerungsdiskurse interveniert. Daraus ergibt sich eine polyphone und multidirektionale Erinnerungskultur der Gesellschaft der Vielen. Doch nicht nur das – sich aus einer (post)migrantischen Perspektive zu erinnern und zu erzählen, heißt auch, sich selbst jenseits der Trennlinien zwischen migrantisch und nicht-migrantisch zu behaupten. Dieses situierte Wissen der Vielen ist eine wesentliche Grundlage einer pluralen Demokratie.

Auf dem Panel wollen wir uns die Frage stellen, inwiefern wir weiter dazu beitragen können, eine vielstimmige Erinnerungskultur zu verstetigen. Eine Erinnerungskultur, die historische Geschehnisse weniger isoliert betrachtet, sondern ihre Differenzen als Ausgangspunkt ihrer Bezüge in den Blick nimmt. Wie und wozu wollen wir erinnern und erzählen? Welche Rolle spielen Zuhören und Empathie für ein gemeinsames Verstehen? Welches Wissen wird als wichtig anerkannt? Welche Ausdrucksweisen werden genutzt, um situiertes Wissen darzustellen?

Im generationsübergreifenden Dialog wollen wir mit den Gästen über diese Fragen reden. Ein Gespräch über situiertes Wissen und das Verhältnis zwischen Sprache und Macht. Über und die Vermittlung von marginalisierten Stimmen aus den Archiven in die gesellschaftlichen und politischen Entscheidungsräume, Leerstellen und Kontinuitäten.

Wie und wozu wollen wir erinnern und erzählen? Welche Rolle spielen Zuhören und Empathie für ein gemeinsames Verstehen? Welche Ausdrucksweisen werden genutzt, um situiertes Wissen darzustellen? Welches Wissen wird als gesellschaftlich relevant anerkannt? Wie können marginalisierten Stimmen in die gesellschaftlichen Erinnerungsräume getragen werden?

Miteinander ins Gespräch kommen:

  • Mahmoud Dhaboub (Dipl. Fotograf)
  • Lydia Lierke (RosaLux, Kassler Gedenkinitiaitve 6.April an Halit
  • Yozgat, Initiative Postmigrantisches Radio)
  • Anita Rotter (Universität Insbruck)
  • Danilo Starosta (Kulturbüro Sachsen)

Tag 2 | 23.11.21 – Thema: Migrantische und postmigrantische Selbstorganisationen und Allianzen

Impulsvortrag von N.N.
ZUR GESCHICHTE DER MIGRANTISCHEN SELBSTORGANISATION IN DEUTSCHLAND

Workshop von Ina Daniel
Brücken bauen zwischen den Generationen – Dialoge gestalten

Dialoge – auf Augenhöhe, wertschätzend, konstruktiv – sind eine Voraussetzung, um die postmigrantische Gesellschaft in einem demokratischen Sinne zu gestalten. Vor dem Hintergrund zunehmender gesellschaftlicher Spaltungen und Polarisierungen sind sie eine Herausforderung.

Wie können Dialoge zwischen Menschen, die verschiedenen Generationen und Lebenswelten angehören, dennoch gelingen? Welchen Beitrag können sie für die postmigrantische Gesellschaft leisten? Wie können die Ergebnisse der Dialoge nachhaltig genutzt werden, um Partizipations- und Kooperationsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Akteur:innen zu verbessern und für eine postmigrantische Gesllschaft nutzbar zumachen?

Der Workshop lädt dazu ein, diesen Fragen nachzugehen und (erste) Ideen für mögliche Dialogprojekte mit verschiedenen Communities zu entwickeln und anzustoßen. Einführend werden Grundlagen und Tipps vermittelt, wie Dialoge gestaltet werden können.

Diskussionspanel, mit Garip Bali, Thi Hoang Ha Vu und weiteren, moderiert von Merjam Wakili
Generationen in Selbstorganisationen und Allianzen

Die Geschichte der Migrationsgesellschaft in Ost – und Westdeutschland ist unterschiedlich. Das führt zu unterschiedlichen Organisationsentwicklungen auf autonomer, bewegungsorientierter und institutioneller Ebene. Plurale Lebensweisen, die durch Migration entstehen, werden kriminalisiert, strukturell abgewertet und können nur in geschützten Räumen praktiziert werden. Wie können wir Gemeinsamkeiten und Unterschiede miteinander verbinden, um die (post-)migrantische Gesellschaft zu gestalten, um diese pluralen Lebensweisen zu ermöglichen und gesellschaftlich anzuerkennen?

  • Wie können Differenzen Ausgangspunkt eines neuen „Wir“ sein?
  • Welche Bedingungen werden benötigt für eine solidarische Praxis, die Gerechtigkeit für Alle fordert? Welche Visionen wollen wir für eine Gesellschaft der Vielen formulieren und welche Allianzen sind dafür notwendig?

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Über die Autor_innen

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Zentrum für Europäische und Orientalische Kultur (ZEOK) e.V.

Das Zentrum für Europäische und Orientalische Kultur e.V. (ZEOK) aus Leipzig fördert mit Projekten in den Bereichen Bildung, Kunst und Kultur sowie der Entwicklungszusammenarbeit dialogische Beziehungen verschiedener Kulturen zur Anerkennung der inneren wie äußeren Transkulturalität im europäischen und außereuropäischen Raum. Mit seiner transkulturellen und interreligiösen Bildungsarbeit leistet der Verein einen Beitrag zur gesellschaftlichen Veränderung, für gleichberechtigte Teilhabe und den Schutz vor Diskriminierung. Du findest unsere Arbeit wichtig? Unterstütze uns jetzt mit einer Spende!