19.04. | Lesung aus Max Mannheimers „Spätes Tagebuch“ | Wurzen

19:00 Uhr | Online

Autor_innen: Netzwerk für Demokratische Kultur e.V.

Max Mannheimer hat alles durchlitten, was einem Menschen in dem von den Deutschen entfesselten Inferno zustoßen konnte: Demütigung, Vertreibung, Internierung im Ghetto, Tod fast der ganzen Familie in der Gaskammer, Arbeitslager und KZ, Hunger, Krankheit und Misshandlung. Wie durch ein Wunder hat er die Hölle überlebt. Mannheimer sprach lange nicht über das, was er erlebt hatte. Erst, als er irrtümlich seinen Tod nahe glaubte, entschloss er sich, für die Nachgeborenen das Erlittene festzuhalten.

Max Mannheimer war bis zu seinem Tode im September 2016 unermüdlich tätig in Vorträgen, Diskussionen und Führungen durch die KZ-Gedenkstätte Dachau. In zahllosen Veranstaltungen, vor allem auch in Schulen, leistete er die schmerzlichste Arbeit der Erinnerung. Sein Spätes Tagebuch ist ein großes menschliches Dokument und erschien erstmals 1983.

Die Lesung findet, so es die Corona-Einschränkungen zulassen im Kultur – und Bürger*innenzentrum D5 in Wurzen statt. Der Eintritt kostet 7,- / erm. 5,- Euro. Änderungen werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Michael Stacheder ist Schauspieler und Regisseur und lebt in Bad Aibling. Er wurde 1980 in Rosenheim geboren und absolvierte seine Schauspielausbildung an der Neuen Münchner Schauspielschule Ali Wunsch-König in München. 2004 gab er mit der Uraufführung von Jutta Schuberts Schauspiel „Die Weiße Rose – Aus den Archiven des Terrors“ sein Regiedebüt und gründete damit das JUNGE SCHAUSPIEL ENSEMBLE MÜNCHEN (JSEM).

Darüber hinaus entwickelt er Literaturprogramme mit Texten von Franz Kafka („Briefe an Milena“) und Max Mannheimer („Spätes Tagebuch“).

Stacheder: „Der Verantwortung bewusst, besuche ich mit meiner Lesung aus Max Mannheimers Spätes Tagebuch Schulen, Kulturhäuser und andere Bildungseinrichtungen, um aus den Erinnerungen Max Mannheimers zu lesen und zu erzählen. In meinen bisherigen Inszenierungen habe ich mich als Regisseur und Schauspieler bereits mehrmals mit dem Terror und den Folgen des Nationalsozialismus auseinandergesetzt und engagiere mich seit mehreren Jahren in der Erinnerungsarbeit. So initiierte ich 2018 zum ersten Mal die Max-Mannheimer-Kulturtage Bad Aibling, die alljährlich stattfinden.“

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Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. (NDK)

Das Netzwerk für Demokratische Kultur macht mit Bildungs- und Kulturprojekten Demokratie greifbar - in Wurzen und in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen.