14.07. – 08.08. | Verschwörungsideologien als Radikalisierungsmotor. Wissenschaftliche Perspektiven auf ein gesellschaftliches Phänomen | Online

jeweils 18:00 – 19:30 Uhr | Ort bei Anmeldung

Autor_Innen: Amadeu Antonio Stiftung – Projekt debunk

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie beschäftigt das Thema Verschwörungsideologien Öffentlichkeit und Wissenschaft in einem besonders hohen Maße. Das ist vor allem der massiven Verbreitung von Verschwörungserzählungen rund um die Pandemie geschuldet. Dabei handelt es sich bei Verschwörungsideologien um nichts Neues, sondern um ein historisch gewachsenes, in der Gesellschaft tief verankertes Phänomen. Die Proteste gegen die Corona-Schutzmaßnahmen sind zu öffentlichen Plattformen für Verschwörungserzählungen geworden. Auch in sozialen Medien werden Verschwörungsideologien und Falsch-Nachrichten geteilt, immer wieder vermeintlich Schuldige benannt und Hass gegenüber konkreten Personengruppen geschürt. Während die Gewalt, die von den Corona-Protestierenden ausging, live zu verfolgen war, ist die Gewalt im digitalen Raum oftmals nur schwer greifbar. Terrorattentate wie in Buffalo (USA), Halle und Hanau machen jedoch nur überdeutlich, dass die Radikalisierungsspirale von Verschwörungsgläubigen nicht auf Demonstrationen endet.

In dieser Veranstaltungsreihe sollen aktuelle Erscheinungsformen von Verschwörungsideologien betrachtet werden. Verschwörungsideologien sollen als gesellschaftlicher Radikalisierungsmotor begriffen und analysiert werden:

Was passiert mit dem Glauben an Verschwörungserzählungen, wenn eine gesellschaftliche Krise abebbt und eine neue sich ankündigt? Was verbleibt von den Corona-Protesten auf der Subjekt- Ebene und wie manifestiert sich die Radikalisierung der Proteste auf gesellschaftlicher Ebene? Welche Rolle spielen online- und offline Bewegungen von Anhänger:innen im Hinblick auf Radikalisierung? Und welchen Stellenwert nehmen soziale Medien dabei ein? Gemeinsam mit Expert:innen aus der Wissenschaft wollen wir ins Gespräch kommen.

21. Juni 2022, 18:00 – 19:30 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. Nadine Frei (Universität Basel)
„Politische Soziologie der Corona-Proteste – Empirische Erkenntnisse über die Corona-Proteste“

14. Juli 2022, 18:00 – 19:30 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Julia Smirnova (Institute for Strategic Dialogue)
„Verschwörungsideologien im Kontext des Ukraine-Kriegs“

8. August 2022, 18:00 – 19:30 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Prof. Gert Pickel (Universität Leipzig)
„Verschwörungsideologien und Religion“

Alle drei Veranstaltungen finden online statt. Wenn Sie sich für einen oder mehrere Termine interessieren, können Sie sich hier anmelden.

Wir weisen darauf hin, dass Personen, die Mitglied einer extrem rechten Vereinigung waren/sind oder die in der Vergangenheit durch rassistische, antisemitische oder sonstige demokratie- und menschenfeindliche Äußerungen aufgefallen sind, keinen Zugang zur Veranstaltung haben!

Die Veranstaltungsreihe wird durchgeführt von den Projekten „debunk“ und „re:set“ der Amadeu Antonio Stiftung in Sachsen.

Weitere Informationen hier

Amadeu Antonio Stiftung

Die Amadeu Antonio Stiftung reagiert auf eine rechtsextreme Alltagskultur, die sich vor allem in den neuen Bundesländern verankert hat. Das Ziel der Stiftung ist es, eine zivile Gesellschaft zu stärken, die dem Problem entschieden entgegentritt. Dafür unterstützt sie Initiativen und Projekte, die kontinuierlich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus vorgehen, sich für eine demokratische Kultur engagieren und für den Schutz von Minderheiten eintreten. Die wichtigste Aufgabe der Amadeu Antonio Stiftung: Lokale Akteurinnen und Akteure über eine finanzielle Unterstützung hinaus zu ermutigen, ihre Eigeninitiative vor Ort zu stärken. Du findest unsere Arbeit wichtig? Unterstütze uns jetzt mit einer Spende!