30.06. | Bloch im Bahnhof | Leipzig

17:00 Leipziger Hauptbahnhof

Mit einem besonderen chorsinfonischen Konzert am 30.06.2019, 17 Uhr beschließen wir die Jüdische Woche 2019 in Leipzig: Israelis und Deutsche, Jugendliche und Erwachsene, Laien und Profis finden sich im Leipziger Hauptbahnhof, jenem Knotenpunkt für Begegnung, zum gemeinsamen Musizieren jüdischer Musik zusammen! Aufgeführt wird „Avodath Hakodesh“ (Sabbat-Gottesdienst) von Ernest Bloch (1880–1959), ein selten zu hörendes, epochales Werk für Kantor, Rabbiner, Chor und großes Orchester.

Mitwirkende: Leipziger Synagogalchor – Moran Choir (Israel) – GewandhausJugendchor – Landesjugendchor Thüringen – Leipziger Vokalkollektiv – Männerstimmen des MDR Kinderchores – Chorpaten des MDR Rundfunkchores – Jugendsinfonieorchester Leipzig –Kantor Assaf Levitin (Bariton) – Landesrabbiner Zsolt Balla (Sprecher)
Gesamtleitung: Ludwig Böhme

Schirmherr: Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen

Bei dieser Aufführung wird Offenheit und Toleranz sichtbar: viele Menschen, vor allem Jugendliche, singen und musizieren jüdische Musik. Für die meisten von ihnen ist es die erste intensive Berührung mit jüdischer Musik und hebräischer Sprache. Umso besser, dass der Moran Choir aus Israel, einer der besten Chöre des Landes, mitwirkt und hilft. Neben den Proben kommt es hier natürlich auch zu Begegnungen, zu Dialog und –hoffentlich – auch zu Freundschaft!

Auch der Leipziger Hauptbahnhof ist bewusst ausgewählt: ein Ort, der symbolträchtiger kaum sein kann: sich kreuzende Wege, Ankommen und Wegfahren, aber auch die historische Last der Deportationen – für all dies steht der Bahnhof. Den Solopart singt der aus Tel Aviv stammende und in Berlin lebende Kantor Assaf Levitin. Der sächsische Landesrabbiner Zsolt Balla wird als Sprecher die Friedensvision des Werkes verkünden, denn der Komponist Ernest Bloch hat an zentraler Stelle im sonst hebräischen Werk eine Sprechpassage komponiert, die in der Landessprache des Aufführungsortes vorgetragen werden soll und die wichtigste Botschaft für jeden verständlich artikuliert:

„O möchten alle Menschen erkennen, dass sie Brüder sind, so dass sie, vereint im Geiste und in Bruderschaft, auf ewig vereint seien, auf ewig vereint vor dir!“

Das ist der glanzvolle Abschluss der Jüdischen Woche 2019, die in über einhundert Veranstaltungen jüdische Kultur in Leipzig feiert: „Bloch im Bahnhof“ – ein jüdisches Meisterwerk, aufgeführt mit über 200 Akteuren, überkonfessionell in der Musik vereint und offen für alle dargeboten!

Eine Gemeinschaftsveranstaltung des Kulturamtes der Stadt Leipzig, des Ariowitsch-Hauses e. V. und des Leipziger Synagogalchores e. V.
Gefördert u. a. durch: Kulturamt der Stadt Leipzig, Leipzigstiftung, Leipziger Gruppe, Holger Koppe-Stiftung, Reinwald GmbH, Dr. jur. Hubert Lang 

Leipziger Synagogalchor e.V.

Der Leipziger Synagogalchor ist aktiv in den Bereichen Gedenkkultur/Auseinandersetzung mit Antisemitismus. Unser konstantes Tätigkeitsfeld ist die jüdische Musik. Wir widmen uns der Pflege und Bewahrung synagogaler Chormusik sowie jiddischer und hebräischer Folklore in eigenen Arrangements. Das Ensemble beging im Jahr 2012 sein 50. Jubiläum.