8.-16.11. | Reflexionswerkstatt Jugendarbeit mit “Rechts” | Dresden, Bautzen, Chemnitz, Leipzig

Autor_innen: LAK Mobile Jugendarbeit


„Glatzenpflege auf Staatskosten“, so lautet der wohl bekannteste Nachruf auf das AgAG- Programm und – weiter gefasst – auf die Jugendarbeit mit rechts(extrem) orientierten jungen Menschen bis Ende der 90er Jahre in Sachsen. Eine Einordnung, eng verbunden mit Bildern massiver Gewalt, einer Kritik mit Fokus auf den Akzeptierenden Ansatz und einer bis heute im Fachdiskurs geführten Diskussion der sozialpädagogischen Arbeit mit „rechten“ Zielgruppen. Die gesellschaftliche Entwicklung der jüngeren Zeit weisen bei aller Differenz zu den „90ern“ Parallelen auf. Durch die aktuelle jugendarbeiterische Praxis wird reflektiert, dass kontinuierliche Arbeitskontakte mit jungen Menschen aus „rechten“ Lebenswelten bestehen. Jugendliche werden als rechtspopulistisch, pauschalisierend ablehnend und rechtsorientiert beschrieben, sich verfestigende Haltungen und Gruppenstrukturen beobachtet. In diesem Kontext werden Fragen nach Handlungssicherheit, wirksamen Interventionen und Grenzen im Umgang mit diesen Adressat*innen aufgeworfen.

Das Forschungsvorhaben des Modellprojektes ReMoDe, umgesetzt gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Institut SOFUB, richtet seinen Fokus auf die fachlichen Expertisen und das Spannungsfeld in der Arbeit mit „rechten“ Adressat*innen, mit dem Ziel Ableitungen und gelingende Handlungsräume, Ansätze und Rahmenbedingungen für heutige Praxis zu finden. Eine erste Forschungsphase der Evaluation, Bewertung und Reflexion widmet sich den Erfahrungen in den 90er Jahren und AgAG. Die Ergebnisse aus qualitativen Interviews und Literaturrecherchen liegen vor. In den Werkstätten werden zu 4 inhaltlichen Schwerpunkten, zentrale Erkenntnisse vorgestellt, um sie mit heute aktiven Praktiker*innen zu reflektieren und Ableitungen zu diskutieren.

    08.11.2021 – 14:00-18:00 – Dresden, LAG Jungen- und Männerarbeit
    Gesellschaftliche Realitäten und Lebenswelten – Sozialräume, deren Erschließung und
    pädagogische Interaktionen – Transfer von Analyse und Erfahrung in Konzepte

    09.11.2021 – 10:00-15:00 – Bautzen, Steinhaus
    Jugend – Bild von der Jugend – lebensweltliche Perspektiven – Sozialisation – Erfassung und
    Beschreibung meiner Adressat*innen, politische und jugendkulturelle Einfärbungen

    15.11.2021 – 14:00-18:00 – Chemnitz, AGJF Sachsen
    Professionsverständnis in der Arbeit mit Adressat*innen: pädagogische Haltung – Methoden –
    Beziehungsarbeit – Prinzipien, Aufträge, Irritations- und Anknüpfungspunkte pädagogischer
    Interventionen

    16.11.2021 – 10:00-15:00 – Leipzig, Villa
    Stabilisierung von Qualität und Professionalität: pädagogische Haltung – Fokussierung auf
    Konzepte und deren Realisierung, Dokumentation und Evaluation, Qualifikation – Ansätze und
    deren Weiterentwicklung, Bedeutung spezifischer Settings und professioneller Rahmenbedingungen

Zu den 4 Terminen kann sich komplett oder einzeln bis zum 29.10.21 angemeldet werden.

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Ansprechperson: Sascha Rusch, LAK MJA Sachsen e.V. –  ReMoDe – 0176 – 810 25 466 – remode@mja-sachsen.de

Mehr Informationen

LAK Mobile Jugendarbeit Sachsen e.V.

Der Landesarbeitskreis (LAK) Mobile Jugendarbeit Sachsen e.V. ist der Fachverband für das Arbeitsfeld Mobile Jugendarbeit/Streetwork in Sachsen. Der LAK bietet Fort- und Weiterbildungen für dieses und angrenzende Arbeitsfelder, Konzeptberatung und unterstützt die Vernetzung der Fachkräfte.