Antirassistisches Zeitungsprojekt über die Leipziger Eisenbahnstraße: Jetzt Crowdfunding unterstützen!

Foto: unofficial.pictures

Autor_innen: unofficial.pictures

Seit Jahren wird rund um die Eisenbahnstraße in Leipzig immer die selbe Story wiederholt. Sie handelt immer von Kriminalität, Drogenhandel, Messerstechereien, Schießereien, Schwarzarbeit.

Frieder und Rafael vom Fotokollektiv unofficial.pictures sagen: „Ja, es gibt diese Probleme, und sie haben gesellschaftliche Ursachen, die nicht erzählt werden. Und es gibt sie hier wie anderswo, doch ist es nicht auffällig dass sie gerade rund um die Eisenbahnstraße so breit getreten werden, in den Vierteln von Leipzig wo die meisten migrantischen Menschen wohnen?“

Als im November 2018 auf der Eisenbahnstraße Sachsens erste Waffenverbotszone eingeführt wurde und damit die schon vorher stattfindenden oft rassistischen und klassistischen Personenkontrollen begründet und ausgebaut wurden, war das für die beiden ein Anlass, dem mit einer eigenen Publikation zu begegnen. Mit der im August 2019 veröffentlichten Foto-Zeitung „Gefährlicher Gegenstand: Eisenbahnstraße“ wollen sie den einschlägigen Berichten und Polizei-Darstellungen Stimmen aus der Nachbar*innenschaft entgegen setzen. Dafür führten sie lange Gespräche mit Anwohner*innen verschiedenster Hintergründe. Den Gesprächen und Portraitfotografien stellten sie Videostills aus einschlägigen TV-Dokumentationen und eigene Bodycam-Aufnahmen von der Eisenbahnstraße gegenüber um nachvollziehbar zu machen, wie das Image des Ortes aufgebaut wird. Zudem fotografierten sie besondere Orte im Viertel mit einer Großformatkamera.

Während gerade an der Hochschule der Polizei eine Evaluation der Waffenverbotszone läuft, wo noch unklar ist, wie genau die Bewohner*innen einbezogen werden, wollen Frieder Bickhardt und Rafael Brix mit Hilfe zukünftiger Leser*innen eine zweite Ausgabe der besonderen Zeitung herausbringen. Auf der Crowdfunding-Plattform startnext suchen sie noch bis zum 23. Februar zukünftige Leser*innen, die sich schon jetzt Zeitungen vorbestellen und damit helfen das Projekt zu finanzieren. Wenn der angepeilte Mindestbetrag zusammenkommt, kann Anfang Mai die zweite Ausgabe von »Gefährlicher Gegenstand: Eisenbahnstraße« erscheinen. In der neuen Ausgabe soll ein besonderer Schwerpunkt auf die Zusammenhänge zwischen sogenannten gefährlichen Orten und Verdrängung gelegt werden. Die Zeitung soll dann wie auch die erste Ausgabe durch einen freien Preis einkommensunabhängig zugänglich sein. Wenn durch die Vorbestellungen und Spenden noch mehr Geld zusammen kommt, will unofficial.pictures die Texte der 1. und 2. Ausgabe ins Arabische und Englische übertragen und als extra Beilage drucken lassen. Damit wären sie dem Ziel, die Zeitungen barrierearm in möglichst viele Communities zu tragen, einen großen Schritt näher.

Zum Crowfunding

Alle Infos zur Zeitung und zum Crowdfunding vom 23.1. bis 23.2. unter https://dangerous.unofficial.pictures

Projektvorstellung

Projektvorstellung und Lesung aus den Gesprächen in Ausgabe #1 der Zeitung
» Freitag 14.2 20.00 » adi, Georg-Schwarz-Str. 19, Leipzig-Lindenau

» Mittwoch 19.2. 19.00 » el libro, Bornaische Straße 3d, Leipzig-Connewitz

Redaktion TolSax

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