Analyse

TikTok-Demokratie und extrem rechte Mobilisierung (EFBI Digital Report 2026-2)

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Autor_innen: Else-Frenkel-Brunswik-Institut (EFBI)

Der neue EFBI Digital Report versammelt Beiträge zur rechten Online-Mobilisierung auf Social Media. Er bietet einen Überblick, wie die extreme Rechte die unterschiedlichen Social-Media-Plattformen nutzt, und wirft einen analytischen Blick auf die Online-Strategie der extrem rechten Kleinpartei Der III. Weg. Darüber hinaus gibt unsere Gastautorin Nina Kolleck gibt Einblick in ihr neues Buch „Der Kampf in den Köpfen. Wie TikTok, Instagram und Co unsere Kinder manipulieren“ und verweist auf die politischen Konsequenzen einer „TikTok-Demokratie“.

Im ersten Beitrag der Ausgabe des Digital Reports 2026-2 „TikTok-Demokratie und extrem rechte Online-Mobilisierung“ geben Julia Dresselhaus und Johannes Kiess einen Überblick über die Nutzung von verschiedenen sozialen Medien durch die extreme Rechte. Die Strategien zielen dabei zum einen darauf ab, in der Kommunikation nach Außen die Reichweite menschenverachtender Ideologie zu erhöhen, um immer wieder neue Milieus und dabei vor allem junge Menschen zu erreichen. Zum anderen sollen aber auch spezifische Gruppen und bereits eingebundene Milieus in der Kommunikation nach Innen ideologisch gefestigt, intern organisiert und mobilisiert werden. Je nach Funktionsweise der Plattform, bieten diese verschiedene technische Services an, die mal die eine, mal die andere strategische Stoßrichtung mehr begünstigen.

Der Beitrag von Gideon Wetzel untersucht die Online-Strategie der extrem rechten Kleinpartei Der III. Weg und legt einen Fokus auf das Wechselspiel zwischen online Aktivitäten und Präsenz auf der Straße.

Die TikTok-Demokratie: Solidarität und Spaltung im Sekundentakt

Nina Kolleck verdeutlicht in ihrem Beitrag wie soziale Medienplattformen eigene Formen und Logiken einer Aufmerksamksökonomie hervorbringen. Im Zeitalter neuer sozialen Medien ist die Form von politischer Kommunikation maßgeblich – nicht deren Inhalt. So sind diese Plattformen längst nicht mehr nur Orte eines strukturierten Austausches und von subjektiver Meinungsbildung entlang politischer Inhalte, sondern selbst ein politische Sozialisationsraum geworden. In diesem lernen junge Menschen, dass allein das zählt, was Aufmerksamkeit weckt und hält. So befriedigen die Plattformen und ihre affirmativen Algorithmen grundlegende menschliche Bedürfnisse nach Nähe und Anerkennung – diese ist aber auch flüchtig und brüchig, da sie genauso schnell auch wieder Verlust gehen kann. Diese konstanten (Mikro-)Brüche, die fehlende Orientierung sowie die Erfahrung des eigenen Bedeutungsverlusts, so die These der Autorin, führen zur Verunsicherung und eröffnen einen Weg zur Radikalisierung. Denn dadurch entwickelt sich ein Bedürfnis nach Klarheit und Deutungen in den Usern, die das Erlebte erklären, was sie in autoritären Ideologien finden. Es ändert sich also nicht nur die Art einer politischen Kommunikation, sondern sich das politische Erleben im Allgemeinen.

Das Monitoring

Die Amadeu Antonio Stiftung in Sachsen und das Else-Frenkel-Brunswik-Institut an der Universität Leipzig haben gemeinsam ein systematisches Online-Monitoring extrem rechter und antidemokratischer Aktivitäten im Freistaat Sachsen entwickelt. Das Monitoring analysiert Plattformen und Netzwerke und untersucht, wie sich Radikalisierung im Netz vollzieht und wie diese mit der Radikalisierung auf der Straße und des öffentlichen Diskurses zusammenhängt.

Über das EFBI

Das an der Universität Leipzig angesiedelte Else-Frenkel-Brunswik-Institut (EFBI) bildet eine Forschungsinfrastruktur in Sachsen, die demokratiefeindliche Einstellungen, Strukturen und Bestrebungen erforscht und dokumentiert. Im Vordergrund stehen dabei verschiedene Formen der Diskriminierung, die Strategien und Dynamiken rechts-autoritär motivierter Bündnisse und die Stärkung demokratischer Politik.

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