TolSax Update | Newsletter Dezember 2020

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Der letzte Newsletter eines ungewöhnlichen Jahres mit vielen Herausforderungen für die Zivilgesellschaft enthält einen umfangreichen Rückblick, aber auch einer Vorausschau auf das kommende Jahr. Und wie immer vielfältige News aus den Projekten!

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Editorial

Liebe Engagierte,

heute erhaltet Ihr bereits den zwölften und damit letzten (regulären) TolSax-Newsletter eines ungewöhnlichen Jahres. Das ist gefühlt ziemlich schnell vorbeigerast und hat für uns viele neue Herausforderungen mit sich gebracht. Diese werden im nächsten Jahr vermutlich nicht weniger. Trotzdem können wir dem Jahreswechsel einigermaßen optimistisch entgegensehen. Nicht nur in Hinblick auf Corona und die verschiedenen Impfstoffe, die hoffentlich bald einen Weg aus der pandemischen Lage mitsamt ihren Einschränkungen für uns alle ermöglichen.

Auch für die Demokratieförderung sieht es gerade wieder etwas rosiger aus als noch vor einem Monat. Am 10. November hat die Landesregierung die Eckpunkte für den kommenden Doppelhaushalt 2021/22 vorgestellt. Anders als befürchtet sind darin doch keine Einschnitte im Sozialbereich geplant. Wie uns Sebastian Vogel aus dem Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt bei unserer TolSax-Konkret am 14. November verkünden konnte, werden die beiden Förderprogramme „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ sowie „Integrative Maßnahmen“ zumindest auf dem bisherigen Niveau fortgeführt. Die Antragsteller_innen sollen noch in diesem Monat über die Förderaussichten für ihre Projekte im nächsten Jahr informiert werden. Das „Gesamtkonzept gegen Rechtsextremismus“ der Staatsregierung ist ebenfalls auf der Zielgerade. Wir haben uns als TolSax an der Erarbeitung wie viele andere Vertreter_innen der Zivilgesellschaft mit einer Stellungnahme beteiligt und sind nun gespannt auf das finale Ergebnis und die Umsetzung ab Januar.

Vor welchen Herausforderungen wir aktuell stehen, das haben zuletzt massiv die Demonstrationen der selbsternannten „Querdenker“-Bewegung aus Corona-Leugner_innen, Verschwörungsideolog_innen und Neonazis im November in Dresden und vor allem zweimal in Leipzig (Interviews bei Radio Corax zu #le0711 und #le2111) gezeigt. Passend dazu belegt die neue „Leipziger Autoritarismus-Studie“ des Teams um Oliver Decker und Elmar Brähler, dass der Glaube an Verschwörungsmythen seit 2018 angestiegen ist. Aber auch „Ausländerfeindlichkeit“ und andere Dimensionen rechtsextremer Einstellungen liegen nach wie vor auf einem hohen Niveau – vor allem in Ostdeutschland.

Damit müssen wir uns weiter auseinandersetzen. Und wir müssen klar und deutlich widersprechen, wenn wir auf demokratiefeindliche, regressive und antisemitische Äußerungen treffen – auf der Straße, in den Kommentarspalten oder im Familienchat. Wichtige Hinweise und praktische Tipps bietet dafür die Themenseite „Verschwörungsmythen und Antisemitismus um das Corona-Virus“ der Amadeu-Antonio-Stiftung. Bedenkenswert ist jedoch der Hinweis von Prof. Anja Besand (TU Dresden) darauf, nicht all zu viel Mühe auf den Dialog mit den „Querdenkern“ zu verschwenden: „Wir sollten gleichzeitig aber auch nicht übersehen, dass diese Gruppe sowohl politisch als auch medial viel zu viel Aufmerksamkeit bekommt. Das muss aufhören, wir konzentrieren uns auf die Falschen.“ (LVZ 19.11.2020)

Inwiefern wir uns als TolSax durch die Herausforderungen dieses Jahres gekämpft haben, könnt Ihr weiter unten im Jahresrückblick nachlesen. Wie immer im Dezember-Newsletter fassen wir die wichtigsten Aktivitäten noch mal zusammen. Und es fiel noch nie so schwer, ein Fazit zu ziehen. Die einen sagen: „2020? Kannste vergessen!“ Die anderen meinen, dass wir in diesem Jahr sehr, sehr schnell viele gute und kreative Lösungen gefunden haben, um uns auch unter diesen sehr besonderen Bedingungen einzusetzen für das, was uns wichtig ist: Für Demokratie und gegen Rassismus in Sachsen! Denn wie ein Mitstreiter meinte: „Krise setzt Energien frei.“

Lasst uns auch im kommenden Jahr deutlich machen: Das Engagement für Demokratie und gegen Rassismus in Sachsen ist stark. Wir sind viele – und wir sind laut!

Annegret Ode und Frank Schubert
Koordination Tolerantes Sachsen

Anmerkung: Die Einleitung spiegelt nicht die Meinung des Netzwerkes oder des Sprecher_innenrates wieder, sondern einzig der Verfasser_innen.


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