TolSax Update | Newsletter März 2020

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Es fällt schwer, wieder zur Tagesordnung überzugehen – nach parlamentarischen Dammbrüchen, Aufmärschen von Neonazis, aufgedeckten Terrorzellen und rassistischen Morden. Aber nach Thüringen, Dresden und Hanau hat die Zivilgesellschaft gezeigt, dass sie handlungsfähig ist. Von praktischer Solidarität und den vielen Aktivitäten einer wachsenden Zivilgesellschaft handelt der März-Newsletter des TolSax.

Zum März-Newsletter


Editorial

Liebe Engagierte,

es fällt schwer, wieder zur Tagesordnung überzugehen – nach parlamentarischen Dammbrüchen, Aufmärschen von Neonazis, aufgedeckten Terrorzellen und rassistischen Morden. Und es hört nicht auf: Einen Tag nach den Anschlägen in Hanau verübten Unbekannten in Döbeln Brandanschläge auf zwei benachbarte Häuser, in denen sich u.a. eine Shisha-Bar und ein Dönerimbiss befinden.

Immerhin hat die solidarische Zivilgesellschaft bewiesen, dass sie handlungsfähig ist. Davon zeugen die große Demonstrationen etwa bei #nichtmituns in Erfurt und #nazisstoeren in Dresden. Auch auf die Morde in Hanau wurde in Sachsen mit mehreren spontanen Mahnwachen u.a. in Dresden, Leipzig und Pirna reagiert. Die Opferberatung des RAA Sachsen sammelt Spenden für die Betroffenen der Brandstiftung in Döbeln.

Solche Reaktionen sind wichtig, um nicht in einer Schockstarre zu verharren. Notwendig ist darüber hinaus die langfristige Stärkung von zivilgesellschaftlichen Strukturen. Das fordert etwa der Dachverband Sächsischer Migrantenorganisationen in einer Stellungnahme zu Hanau. In der Zivilgesellschaft tut sich einiges – über die bestehende Projektelandschaft hinaus und abseits staatlicher Förderprogamme mit all ihren Unzulänglichkeiten (wie sie gerade im Vogtland deutlich werden). Immer mehr Menschen engagieren sich: So fand in Wurzen Anfang Februar bereits der zweite Aktionstag der „Komplizenschaft“ von und mit Kulturschaffenden aus städtischen und ländlichen Räumen statt. Die grandiose Banda Internationale aus Dresden möchte mit Konzerten gezielt Jugendzentren im sächsischen Umland supporten. Das Netzwerk Polylux sammelt Fördermitgliedschaften und Spenden, um diese an Projekte der kritischen Zivilgesellschaft im Osten weiterzugeben. Und wird dabei durch Angehörige der Familie Krawinkel unterstützt, die erfolgreich dabei sind, mit einer eigenen Spendenkampagne 100.000 Euro einzuwerben. Damit reagieren sie auf die Spende eines vermögenden Verwandten in gleicher Höhe an die Thüringer AfD. Für das Hearing „Oh wie Ostdeutschland“, das Ende März in Dresden stattfindet, haben sich mehrere Stiftungen und Vereine zusammengetan. Hier sollen neuen Allianzen und langfristigen Partnerschaften für die Zivilgesellschaft und Kommunen in Ostdeutschland entstehen.

Es gibt also neben vielen bedrückenden Ereignissen und Entwicklungen auch einige ermutigende Ansätze für eine demokratische und solidarische Gesellschaft. Wie wir im derzeitigen autoritären Sog weiter politisch handeln können, darüber möchten wir mit Euch bei unserer Demokratietagung zum Thema „Ungehorsam“ am 20. März in Leipzig diskutieren. Meldet Euch noch schnell an!

Bis dahin wünschen wir Euch eine spannende Lektüre dieses Newsletters – wie immer mit  Veranstaltungen, Fördertipps und News unserer Mitglieder.

Eure Koordination des Netzwerks Tolerantes Sachsen
Annegret Ode und Frank Schubert

Ihr erreicht uns unter:
Annegret | koordination@tolerantes-sachsen.de | 0178 54 45 807 | NEU: 03425 82 98897
Frank | buero@tolerantes-sachsen.de | 0177 466 06 51 | 03425 82 999 59

Anmerkung: Die Einleitung spiegelt nicht die Meinung des Netzwerkes oder des Sprecher_innenrates wieder, sondern einzig der Verfasser_innen.


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