TolSax Update | Newsletter November 2021

Auch das #TolSax-Update November eröffnet mit dem Erinnern: Zehn Jahre ist es her, dass der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) aufgeflogen ist. In diesem Monat widmen sich viele Veranstaltungen in Sachsen der Aufarbeitung des NSU-Komplexes – und legen einen besonderen Fokus auf die Perspektiven der Familien der Opfer und der (post-) migrantischen Communities. Zu vielen weiteren Themen haben wir im Newsletter ebenfalls wie gewohnt spannende Materialien und Veranstaltungen für Euch zusammengetragen.

Zum November-Newsletter


Editorial

Liebe Mitglieder, liebe Engagierte,

auch dieser Newsletter eröffnet wieder mit dem Erinnern: Zehn Jahre ist es her, dass der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) aufgeflogen ist. Im November widmen sich viele Veranstaltungen in Sachsen der Aufarbeitung des NSU-Komplexes – und legen einen besonderen Fokus auf die Perspektiven der Familien der Opfer und der (post-) migrantischen Communities.

So nehmen Chemnitz, Zwickau und Plauen am dezentralen und interdisziplinären Theaterprojekt „Kein Schlussstrich!“ teil. Bereits seit dem 21.10. finden in Zwickau in Kooperation mit den Novembertagen des Zwickauer Demokratiebündnisses über 15 Veranstaltungen wie Konzerte, Ausstellungen, Theater, Diskussionsrunden und Kinovorführungen statt (zum Programm, zur Crowdfunding-Kampagne). Das Sächsische Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung und die Stadt Zwickau nehmen den zehnten Jahrestag der Selbstenttarnung des NSU zum Anlass für einen Gedenk- und Bildungstag am 4. November. Dass sich die Bundes- und Landespolitik ansonsten bei dem Thema zurückhält, wurde bereits kritisiert (vgl. Tag24.de vom 23.10.2021). Am 6. November ruft ein antifaschistisches Bündnis zur Teilnahme an der Demonstration „Gestern. Heute. Morgen?“ in Zwickau auf. Der Rote Baum e.V. Zwickau stellt an diesem Sonnabend die zehnte Auflage seines Konzert- und Thementags „If the Kids …“ unter das Motto „NSU – kein Ende, kein Einzelfall„.

In Chemnitz widmet sich die Ausstellung „Offener Prozess“ in der Neuen Sächsischen Galerie dem Thema. Sie nimmt dabei die Ost-Deutsche Realität, insbesondere in Sachsen, zum Ausgangspunkt, um eine Geschichte des NSU-Komplexes zu erzählen, die von den Migrationsgeschichten und den Kontinuitäten rechter und rassistischer Gewalt und des Widerstandes dagegen ausgeht. Mit dem Ansatz eines „lebendigen Erinnerns“ rückt sie marginalisierte Perspektiven in den Mittelpunkt. Darüber hinaus nimmt sie strukturellen und institutionellen Rassismus ins Visier.

Denn wie „Kein Schlussstrich!“ resümiert: „Die Mordserie des sog. Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) wurde nach dem Öffentlichwerden im Jahr 2011 in Teilen der Gesellschaft als einzigartiges Phänomen rechter Gewalt wahrgenommen. Doch lässt sich heute nicht leugnen, dass die Verbrechen des NSU als Speerspitze und Vorreiter eines wiedererstarkten rassistischen, antisemitischen und sich auf vielfache weitere Arten ausdrückenden menschenverachtenden Denkens und Handelns gelesen werden müssen.“

Diese Entwicklungen müssen sowohl im Bund als auch in Sachsen angegangen werden. Auf Bundesebene gibt es dazu gerade eine Reihe von Forderungen für die Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP. So von der Kampagne Demokratie-schuetzen.jetzt, aus dem Kompetenznetzwerk Rechtsextremismusprävention oder vom VBRG. In Sachsen warten wir weiterhin auf die Verabschiedung des bereits sei fast einem Jahr in der Schublade liegenden Gesamtkonzepts zur Bekämpfung des Rechtsextremismus. Dieses soll dem Vernehmen nach „in den nächsten Wochen“ im Kabinett beschlossen werden (LVZ vom 20.10.2021). Besonders gespannt darauf sind die zivilgesellschaftlichen Vereine und Initiativen, die sich Ende letzten Jahres mit vielfältigen Rückmeldungen an der Erarbeitung des Konzepts beteiligt haben.

Wie viel Expertise bei den lokalen Akteur_innen und den sachsenweiten Beratungsnetzwerken liegt, beweist mal wieder dieser Newsletter. Wie immer haben wir viele spannende Materialien und Veranstaltungen für Euch zusammengetragen.

Ganz besonders herzlich einladen möchten wir Euch noch einmal zu unseren kommenden TolSax-Konkret-Vernetzungstreffen: Am 18. November diskutieren wir mit Prof. Julika Bürgin den Vorstoß der „Extremismusprävention“ in politische Bildung und demokratische Praxis – und was das für die Demokratieförderung und die Trägerautonomie bedeutet. Am 1. Dezember folgt das Ideenlabor „Heute mal ganz anders! Themen setzen mit kreativen Aktions- und Protestformen in kleinen Gemeinden“. Bringt gerne Eure Wünsche und Ideen mit. Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch mit Euch!

Aber erstmal wünschen wir viel Freude bei der Lektüre dieses Newsletters

Eure TolSax-Koordination

Antonia Weber, Frank Schubert und Annegret Ode

Ihr erreicht uns unter:
Antonia | redaktion@tolerantes-sachsen.de
Annegret | koordination@tolerantes-sachsen.de | 0178 54 45 807 | 03425 82 98897
Frank | buero@tolerantes-sachsen.de | 0177 466 06 51 | 03425 82 999 59

Auf unserer Website unter Koordination erfahrt Ihr, welche Mitarbeiter_in aus der TolSax-Koordination fortan für welche Eurer Fragen die richtige Ansprechperson ist.

Anmerkung: Die Einleitung spiegelt nicht die Meinung des Netzwerkes oder des Sprecher_innenrates wieder, sondern einzig der Verfasser_innen.


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