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Mobiles Kultur- und Begegnungszentrum: Jüdische Perspektiven und Antisemitismusprävention | Meißen

14. Juni16. Juni

Eine Veranstaltungsreihe des Ariowitsch-Haus e.V. im Rahmen des Projektes “Antisemitismus bekämpfen und jüdische Kultur stärken – Gemeinsam unterwegs für eine tolerante Gesellschaft!”, gefördert von „Demokratie leben!“

Mit seinem mobilen Kultur- und Begegnungsprojekt lädt das Ariowitsch-Haus dazu ein, jüdische Perspektiven, Gegenwart und Geschichte kennenzulernen sowie sich kritisch mit dem Thema Antisemitismus auseinanderzusetzen. Interaktive Bildungsangebote, Musik, Spiel und kulinarische Erlebnisse bieten die Möglichkeit für Jung und Alt, mehr über unsere Arbeit zu erfahren und ins Gespräch zu kommen. Gemeinsam mit lokalen Engagierten erwartet Sie ein abwechslungsreiches Programm: Konzerte, Workshops und Stadtrundgänge – für Neugierige, Schulklassen und alle, die Begegnung suchen.

Alle Veranstaltungen sind kostenlos.

Seien Sie dabei – wir freuen uns auf Sie.

Pädagogische Angebote

Am Montag, den 15.06. und Dienstag, den 16.06. bieten wir verschiedene pädagogische Angebote zur historisch-politischen Bildung an – darunter Begegnungsformate, Angebote zur Antisemitismusprävention sowie kreative Zugänge zur Auseinandersetzung mit jüdischen Identitäten.

Unter anderem:

  • “Wann bin ich Mensch?” – eine Interaktive Ausstellung zum Denken und Schreiben von Anne Frank
  • “Frag Nach” – Virtuelle Zeitzeugengespräche mit Überlebenden des Holocaust

Wir freuen uns über Ihr Interesse. Alle Angebote werden kostenfrei zur Verfügung gestellt. Kontaktieren Sie uns gerne unter: erfahren@ariowitschhaus.de

Sonntag, 14.06.2026

 

Stadttour: Unterwegs auf jüdischen Spuren durch Meißen

Meißen blickt auf eine lange jüdische Geschichte zurück. Erste Erwähnungen von Juden finden sich zu Beginn des 11. Jahrhunderts. Straßennamen wie „Jüdenberg“ weisen heute noch immer auf die mittelalterliche jüdische Bevölkerung hin. Kreuzzüge, Ritualmordbeschuldigungen, Vertreibungen, Pogrome und schließlich der Holocaust führten von der Dezimierung bis hin zur Vernichtung jüdischen Lebens. Heute sind nur wenige Zeugnisse jüdischen Lebens sichtbar, insbesondere Überreste mittelalterlicher hebräischer Grabsteine. Wir wollen uns auf eine Spurensuche zwischen Heinrichsplatz, Markt, Görnischer Gasse, Neumarkt und dem Klosterhof St. Afra begeben und an die Schicksale von Meißener Jüdinnen und Juden erinnern.

14 Uhr
Treffpunkt: Theaterplatz

Anmeldung erwünscht unter: erfahren@ariowitschaus.de

Musikalische Lesung: “Wodka ist immer Koscher” von und mit  Küf Kaufmann

Die dreitägige Veranstaltungsreihe zum jüdischen Leben des Ariowitsch-Haus e.V. beginnt mit einem besonderen Nachmittag: Der Autor und Liebhaber des jüdischen Humors, Küf Kaufmann, liest aus seinem Buch „Wodka ist immer koscher“ und begeistert mit pointierten Geschichten und feinem Witz.
Für die musikalische Atmosphäre sorgt der Pianist Ilan Bendahan Bitton mit stimmungsvollen Beiträgen. So entsteht ein Abend voller Kultur, Humor und Begegnung, der den Auftakt und zugleich einen geselligen Abschluss des Literaturfests bildet.
Im Anschluss besteht die Möglichkeit, ein Exemplar des Buches vom Autor signieren zu lassen.

17 Uhr
Interkulturelle Bühne

 

Konzert die Damen und Herren Daffke

»Wenn ich mir was wünschen dürfte – Lieder und Chansons der 1920er Jahre«

Mit scharfer Feder und komplexen Klängen übte Friedrich Hollaender feinsinnig Gesellschaftskritik und fing meisterhaft die Licht- und Schattenseiten des Menschseins ein.
Die Daffkes erzählen mit den Liedern Hollaenders und einiger seiner Wegbegleiter Geschichten von großen und kleinen Schicksalen, den Wünschen und Träumen der Menschen im Berlin der 1920er Jahre.
Warum Daffke? Das Wort stammt aus dem Jiddischen und bedeutet, etwas aus Trotz, nur zum Spaß oder aus Eigensinn zu tun. Das gefiel den Berlinern: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand das Wort Eingang in die Berliner Mundart.
Im Sommer 2014 dachten sich dann fünf Freunde (was für ein Klischee): Lasst uns eine Chanson-Band gründen. Gesagt, getan und so wurden die Damen und Herren Daffke geboren. Die erste Tournee erfolgte noch im gleichen Sommer mit einem fulminanten Start beim Festival junger Künstler in Bayreuth, erweitert durch Konzerte in den Heimatstädten der Daffkes. Berauscht vom glamourösen Tourneeleben wurde eine folgenschwere Entscheidung getroffen: Lasst uns das öfter machen!
Drei abendfüllende Programme haben die Daffkes mittlerweile im Repertoire und bespielen damit die großen und kleinen Bühnen des Landes. Gastspiele führten sie unter anderem an die Volksbühne Berlin, zum Rheingau Musik Festival, zum Festival Mecklenburg-Vorpommern und an das Gewandhaus Leipzig.
Vier Stimmen und ein Klavier, das sind die Daffkes. Sie erzählen Geschichten vom Leben. Mal laut, mal leise. Immer ehrlich, immer mit Herzblut und manchmal mit einem Tröpfchen Rum.

        20 Uhr
Theaterplatz

Montag, 15.06.2026

Puppentheater “Die Katze von Kampen” Figurentheater über Valeska Gert

Wer war Valeska Gert? ,,Eine dolle Nummer, eine hervorragende Tänzerin, eine außergewöhnliche Frau,” schrieb Kurt Tucholsky 1921 in der Weltbühne. Valeska Gert, geboren 1896 in Berlin, Tochter eines jüdischen Kaufmanns, wurde inmitten großer, zeitlicher Umbrüche geboren. In der Weimarer Republik international berühmt geworden durch ihre satirischen Tanznummern durch- und überlebte sie zwei Weltkriege, die Shoah und mehrere Exilaufenthalte.

Die Puppen- und Schauspielerinnen Bianka Drozdik und Eva Vinke möchten sich in “Die Katze von Kampen” dem allzu in Vergessenheit geratenen Leben der Ausnahme-Künstlerin Valeska Gert widmen und erwecken sie mit Hilfe einer Puppe wieder zum Leben.

Einblicke in das aufregende Leben einer faszinierenden jüdischen Künstlerin, von der viele Leute noch nie etwas gehört haben. Ein Leben zwischen Tanzkarriere, Verfolgung zur Nazizeit, Exil und Nachtklub auf Sylt. Zwei ausgebildete Puppenspielerinnen mit eigens für das Stück gebauter Puppe auf der Bühne.

Puppentheaterstück empfohlen ab 12 Jahren.
Eine Produktion der Cammerspiele Leipzig.

16 Uhr
Treff 25
, Theaterplatz 4

Podiumsgespräch zu Jüdischen Perspektiven in der DDR und Wendezeit

Welche Erfahrungen machten Jüdinnen und Juden in der DDR? Wie veränderte die Wendezeit das jüdische Leben in Deutschland? Diesen und weiteren Fragen widmen sich Nora Pester (Hentrich & Hentrich Verlag, Leipzig) und Marion Kahnemann (Zeitgenössische jüdische Künstlerin, Dresden) in einem spannenden Podiumsgespräch über Erinnerungen, gesellschaftliche Umbrüche und persönliche Perspektiven.
Im Mittelpunkt stehen Lebensrealitäten jüdischer Menschen zwischen Anpassung, Identität und Neuanfang, von der DDR-Zeit bis in die Jahre nach der Wiedervereinigung. Das Gespräch lädt dazu ein, historische Entwicklungen aus persönlicher Sicht zu betrachten und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Ein Abend voller Einblicke, Erinnerungen und aktuellen Denkanstößen über jüdisches Leben in Deutschland – auch heute.

19:00 Uhr
Gemeindehaus
der St. Afra Kirchgemeinde, Markt 10

Dienstag, 16.06.2026

 

Öffentliche Stadtführung: Stolpersteine in Meißen

Bis zum Beginn der Naziherrschaft waren die ca. 80 jüdischen Bürgerinnen und Bürger Meißens normale Glieder der Stadtgesellschaft. Einige hatten als Ärzte oder Kaufhausunternehmer hohes Ansehen. Wir machen uns auf den Weg an die Stolpersteine, die vor ihrem ehemaligen Hauseingang eingebracht wurden. Dort wollen wir am historischen Ort an ihre Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung erinnern, die mit der Reichspogromnacht 1938 begann.

15 Uhr
Treffpunkt: Marktplatz

Anmeldung erwünscht unter: erfahren@ariowitschaus.de

 

Abschlussfest mit koscherem Essen und Wein

Zum Abschluss unserer Projekttage wollen wir gerne noch einmal mit allen Unterstützenden und Interessierten zusammenkommen und ganz im Sinne des “L’Chaim” (“Auf das Leben”) das Leben feiern.

Eröffnet und begleitet wird das Zusammenkommen durch die Rozhinkes:
Das Rozhinkes Duo präsentiert die enorme Fülle der Stimmungen der Klezmermusik und überrascht dabei sein Publikum mit raffiniert arrangierten musikalischen Grenzgängen zwischen den Klangwelten.
Gegründet im Juni 2011 entwickelt das Ensemble seinen ganz eigenen konzertanten Klezmer-Stil und interpretiert Tanzmelodien und Lieder der Klezmorim, die die jiddische Lebenswelt zu wundervollen berührenden Bildern verdichten. Rozhinkes steht dabei für musikalische Qualität, leidenschaftliche Performances und künstlerische Authentizität.
Besetzung: Samuel Seifert: Geige / Robert Herrmann: Piano (www.rozhinkes.de)

Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

    ab 17 Uhr
Open Air,
Theaterplatz 4

Programm als PDF: DOWNLOAD

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Veranstaltungsort

  • Landkreis Meißen

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