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Körper, Familie, Nation: Geschlechterbilder, Zugehörigkeit und gesellschaftliche Polarisierung | Chemnitz

21. Mai | 18:3020:45

Begriffe wie „Tradwife“, „Looksmaxxing“ oder „neue Männlichkeit“ klingen für viele zunächst harmlos oder wie Lifestyle-Phänomene. „Active Clubs“ gaukeln scheinbar unpolitische Sportgruppen vor. Der Hass gegen queere Personen oder Feminismus hingegen ist seit Jahren offensichtlich.

Auseinandersetzungen um Geschlecht, Familie und Identität sind längst nicht mehr nur Gegenstand politischer Debatten im engeren Sinne. Sie berühren grundlegende Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens: Wer gehört dazu? Wer gehört nicht dazu? Welche Lebensweisen werden gesellschaftlich anerkannt und welche nicht?

Debatten darüber reichen bis in die Mitte der Gesellschaft. Daran knüpfen rechtsextreme Strömungen an. Vorstellungen von Geschlecht, Familie und gesellschaftlicher Zugehörigkeit werden zugespitzt und aufgeladen.

Die Veranstaltung geht der Frage nach, warum Körper, Familie und Geschlecht eine so starke gesellschaftliche Sprengkraft entfalten. Wir debattieren über rechtsextreme und antidemokratische Strategien und wie sie genutzt werden, um gerade junge Menschen zu radikalisieren.

Dabei rückt auch in den Blick, wie sich diese menschenfeindlichen Entwicklungen konkret auswirken: in Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt gegen Menschen, die von unterschiedlichen Formen der Diskriminierung betroffen sind. Zugleich wird diskutiert, wie sich Menschen privat oder zivilgesellschaftlich einsetzen können.

Mit:

Bastian Stock, TU Dresden, Politikwissenschaftler

Mira Rittger, Different People e. V. Chemnitz

Charlotte Theis, Redakteurin bei Volksverpetzer

Moderation: Zeran Osman

Wo?
Offener Prozess – ein Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex
Johannisplatz 8
09111 Chemnitz

Diese Veranstaltung ist Teil einer Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung: Neue rechtsautoritäre Tendenzen im Alltag – Drei Perspektiven auf Geschlechter, Big Tech und wehrhafte Staatlichkeit

15 Jahre nach dem Öffentlichwerden des NSU-Terrornetzwerks sind viele Fragen weiterhin offen. Angehörige der Mordopfer und Betroffene warten bis heute auf umfassende Aufklärung und Anerkennung. Zugleich wirken die gesellschaftlichen Bedingungen, die diese Taten ermöglicht haben, fort.

In vielen demokratischen Gesellschaften lassen sich schleichende Verschiebungen hin zu autoritären Denkmustern beobachten. Selten sind sie auf den ersten Blick als antidemokratisch oder rechtsextrem erkennbar. Es geht vielmehr um Verschiebungen des Sagbaren, Angriffe auf Andersdenkende oder Anderslebende und sogar die Beeinflussung politischer Entscheidungen über Geld und Macht.

Zentral ist dabei: Autoritäre Ideologien und Radikalisierung bleiben nicht abstrakt. Sie haben konkrete Folgen, nämlich Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt.

Die Veranstaltungsreihe nimmt aktuelle Entwicklungen in den Blick. Sie fragt, warum Geschlechterbilder, kämpferische Männlichkeit und die Feindlichkeit gegen queere Menschen eine zentrale Rolle im rechtsextremen Denken spielen. Außerdem beschäftigen wir uns mit dem Einfluss und den Vorstellungen über nicht-demokratische Gesellschaftsformen innerhalb der der neuen Tech-Elite. Und wir debattieren darüber, wie mit rechtsstaatlichen Mitteln ein demokratischer Staat ausgehöhlt und gelähmt werden könnte.

Zugleich richtet die Reihe den Fokus auf die Perspektiven der Betroffenen. Ihre Erfahrungen machen sichtbar, was es bedeutet, wenn demokratischer Schutz versagt und gesellschaftlicher Ausschluss wirksam wird.

Ziel der Reihe ist es, Entwicklungen einzuordnen, Diskussionen zu ermöglichen und zu erkennen, was sich tun lässt.

Weitere Informationen 

Details

Veranstaltungsort

  • Stadt Chemnitz

Veranstalter