Rückblick TolSax Konkret: Heute mal ganz anders! Themen setzen mit kreativen Aktions- und Protestformen in kleinen Gemeinden am 1. Dezember 2021

Programm zum farbsparenden Druck

Wie kann man Menschen in den kleinen Städten und Dörfern in Sachsen für Themen wie Feminismus, Klimaschutz oder Engagement gegen Rechts begeistern? Und wie kann Aktions(kunst) dabei helfen, diese Themen zu setzen und Diskussionen darüber anzustoßen?

Um diese Fragen zu diskutieren, lud das Netzwerk Tolerantes Sachsen am 1. Dezember 2021 zur digitalen „TolSax Konkret: Heute mal ganz anders! Themen setzen mit kreativen Aktions- und Protestformen in kleinen Gemeinden!“ 19 Vertreter_innen aus zivilgesellschaftlichen Initiativen sowie Kunst und Kultur folgten der Einladung. Eröffnet wurde der Ideentag mit inspirierenden Impulsen:

Doritta Korte vom Verein colorido aus Plauen berichtete von der Aktion „Solidarischer Weihnachtskalender“, welcher nun schon im zweiten Jahr (dieses Jahr unter dem Titel „KUNST-KULTUR-GESELLSCHAFT trifft FENSTER“) stattfindet. Dabei werden Schaufenster von Büro- und Veranstaltungsräumen in der Plauener Innenstadt von 22 Künstler_innen und 2 Musikgruppen genutzt um ihre Werke auszustellen bzw. aufzuführen. Damit soll einerseits auf die für Künstler_innen schwierige Lage im Zuge der Coronapandemie aufmerksam gemacht werden und ihnen andererseits alternative Präsentationsmöglichkeit geboten werden. Das Angebot wird im Teil-Lockdown gut angenommen und so schlendern manche Passant_innen immer wieder die Ausstellungsstrecke entlang.

Franz Knoppe, Mitgründer des internationalen Kunstnetzwerks Grass Lifter und ehemals im Vorstand des ASA-FF e.V. tätig, stellte in seinem Impuls die Methode der „paradoxen Interventionen“ vor. Er illustrierte sie anhand von Beispielen aus der Historie der Aktionskunst und einzelnen Aktionen des ASA-FF, wie der Vergabe des Goldenen Hasen an das Landesamt für Verfassungsschutz. Paradoxe Interventionen sollen dabei auf wichtige und zu wenig öffentlich bekannte oder wahrgenommene Themen aufmerksam machen. Zentrale Fragen für die Planung einer eigenen Intervention sind dabei: Was ist der Ort? Was ist der Zeitpunkt? Und wer ist der Akteur?

An die paradoxen Interventionen anknüpfend berichtete auch Josephin Haardt von der Arbeit der Radikalen Töchter. Diese spinnen den Gedanken der Aktionskunst weiter und versuchen Leuten im ländlichen Raum (v.a. in Mitteldeutschland) im Rahmen von Workshops Werkzeug mit an die Hand zu geben, damit sie eigene Aktionen planen können. Um so letztendlich Öffentlichkeit für ein Thema zu erzeugen und es zurück aufs gesellschaftliche Tableau zu bringen. Dabei werden u.a. Zahlen, Daten und Fakten mit Hilfe von künstlerischen Mitteln so aufbereitet, dass in soziale und politische Verhältnisse eingegriffen wird.

Der letzte Impuls kam von Karoline Schneider über die Arbeit der Initiative Komplizenschaft, welche aus verschiedenen Kunst- und Kulturinstitutionen und Akteur_innen der politischen Bildung und der Soziokultur besteht. Im Vordergrund bei ihnen steht die Netzwerkarbeit, in deren Rahmen sie sich austauschen, unterstützen und vernetzen, um gesellschaftlicher Spaltung entgegen zu wirken und einzelnen Initiativen durch Hintergrundarbeit den Rücken zu stärken. Zentrale Austauschformate sind dabei 2-3 Aktionstage im Jahr, bei denen sich u.a. zu möglichen Kooperationen und Förderungen ausgetauscht wird.

Nach den Impulsen ging es dann ans praktische Arbeiten. Im Ideenlabor entwickelten wir gemeinsam neue Ansätze für kreative Aktions- und Protestformen.

In der ersten Kleingruppe wurde sich der Frage gewidmet, wie es möglich ist, kreativ auf neonazistische Strukturen und Personen und die damit einhergehenden Gefahren aufmerksam zu machen.

Die Teilnehmenden der zweiten Kleingruppe tauschten sich darüber aus, wie Diskriminierung von z.B. Geflüchteten oder queeren Menschen im ländlichen Raum sichtbar gemacht und problematisiert werden kann. Und welche kreativen Formaten im öffentlichen Raum sich dafür eignen.

Bleibt also gespannt, was im nächsten Jahr auf den Marktplätzen und Straßen in Sachsen so alles passieren wird!

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TolSax Konkret 2021

Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe vom Netzwerk Tolerantes Sachsen und Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen

Gefördert von

Das Projekt wird gefördert vom Sächsischen Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“. Die Zuwendungen stammen aus Steuermitteln. Diese Steuermittel werden auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes zur Verfügung gestellt.

TolSax Konkret

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