Digitale Karte NS-Zwangsarbeit in Leipzig

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Autor_innen: Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig

Die Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig hat in einer digitale Karte den aktuellen Forschungsstand (08/2019) zu Zwangsarbeitslagern im Raum Leipzig während des Zweiten Weltkriegs 1939-1945 zusammengefasst. Sie zeigt mehr als 700 Unterkünfte und Lager von ausländischen Zwangsarbeiter_innen, die im städtischen Großraum in dieser Zeit im Einsatz waren.

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Die Karte verdeutlicht den Charakter von NS-Zwangsarbeit als Massen- und Alltagsphänomen. In der Kriegswirtschaft wurden Zwangsarbeiter_innen in fast allen Arbeitsbereichen eingesetzt, und ihre Unterkünfte verteilten sich über das gesamte Stadtgebiet. Viele der Lager befanden sich in direkter Nachbarschaft zu den Wohnquartieren der deutschen Bevölkerung. Diese Alltagsnähe zeigt sich nicht nur räumlich an den Standorten der Lager, sondern lässt sich vor allem an der Umnutzung von Turnhallen, Schulen, Gaststätten und Vereinsheimen als Lagerunterkünfte ablesen. Kontakte zwischen Zwangsarbeiter_innen und Deutschen waren zwar verboten, aber aufgrund der räumlichen Dichte unvermeidbar und auch keine Seltenheit. Zwangsarbeit war ein sichtbares und öffentliches Verbrechen.

Die Karte bietet sich für die Vermittlung von Geschichte auf lokaler Ebene an – z.B. in Schulprojekten oder Projekten freier Träger der historisch-politischen Bildungsarbeit. Einige Anregungen für die Einbindung des digitalen Stadtplans in die Vermittlungsarbeit mit Schüler_innen und Jugendlichen sind hier zusammengefasst.

Redaktion TolSax

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