Institutionen aus Kultur und Wissenschaft unterzeichnen „Sächsische Erklärung der Vielen“

„Als Kulturschaffende und Wissenschaftler*innen in Sachsen stehen wir nicht über den Dingen, sondern in der Verantwortung gegenüber der deutschen Geschichte und unserer Erinnerungskultur. Wir treten ein für demokratische Werte und die Grundrechte der Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit, der Religionsfreiheit sowie des Rechts auf Asyl und wehren jegliche Angriffe auf diese unverzichtbaren Wertegrundlagen unserer Gesellschaft entschieden ab.“

Sächsische Erklärung der Vielen

Mehr als 90 sächsische Einrichtungen aus dem Kultur- und Bildungsbereich unterstützen die „Sächsische Erklärung der Vielen“ als Erstunterzeichner_innen. Theater, Museen, Hochschulen – die Institutionen aus dem ganzen Freistaat positionieren sich damit klar zu gesellschaftlicher Vielfalt, zu Weltoffenheit und gelebter Demokratie. Sie solidarisieren sich mit Menschen, die durch eine ausgrenzende Politik und Ideologie an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

Mehr Informationen und weitere Unterzeichnungsmöglichkeiten



Sächsische Erklärung der Vielen

Sachsen war ein zentraler Schauplatz auf dem Weg zur Friedlichen Revolution. Im Herbst 1989 gingen hier zahlreiche Bürger*innen aller Generationen und Bevölkerungsschichten auf die Straße, um mit ihrem friedlichen Protest Demokratie, Freiheit, Freizügigkeit und Mitspracherechte einzufordern. Ihr Motto lautete: „Wir sind das Volk!“ Die sächsischen Bürger*innen haben damals bewiesen, dass eine mit demokratischen Mitteln geführte Debatte und der Zusammenschluss demokratisch gesonnener Kräfte eine Veränderung der Gesellschaft herbeiführen können.

Heute wird das Motto der Friedlichen Revolution von Rechtspopulist*innen missbraucht, die die Werte Freiheit, Toleranz und Solidarität für ihre Zwecke instrumentalisieren. Der dabei vorhandene verächtliche Umgang mit der Menschenwürde, mit Andersdenkenden und mit engagierten Kulturschaffenden und Wissenschaftler*innen ist nicht zu akzeptieren.

Als Kulturschaffende und Wissenschaftler*innen in Sachsen stehen wir nicht über den Dingen, sondern in der Verantwortung gegenüber der deutschen Geschichte und unserer Erinnerungskultur. Wir treten ein für demokratische Werte und die Grundrechte der Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit, der Religionsfreiheit sowie des Rechts auf Asyl und wehren jegliche Angriffe auf diese unverzichtbaren Wertegrundlagen unserer Gesellschaft entschieden ab.

Wir begreifen die Kultur, die Wissenschaft und ihre Einrichtungen, ihre urbanen und ländlichen Orte als offene Räume, die Vielen gehören. Unsere Gesellschaft ist eine plurale Versammlung. Wir verstehen Vielfalt und Weltoffenheit als Voraussetzung wie als Ziel gelebter Demokratie in Sachsen und verurteilen völkisch-nationalistisches Gedankengut und dessen Verbreitung; Diskriminierung sowie Gewalt jedweder Art.

Als unabhängige Akteur*innen im demokratischen und gesellschaftsbildenden Diskurs setzen wir uns ein für Freiräume der Fantasie und des Denkens und wehren uns gegen jegliche Vereinnahmung. Wir führen einen offenen und kritischen Dialog über undemokratische Strategien und Ziele und gestalten diesen Dialog in unseren Einrichtungen im Austausch mit dem Publikum. Uns eint die Gewissheit, dass durch das Wiedererlangen der Dialogfähigkeit und des respektvollen Umgangs miteinander eine angstfreie und lebenswerte Gesellschaft möglich ist.

Für uns ist die Freiheit der Kunst und der Wissenschaft ein wesentlicher Bestandteil einer offenen, demokratischen und vielfältigen Gesellschaft, der wir uns auf dem Boden des Grundgesetzes und der Errungenschaften der Friedlichen Revolution verpflichtet fühlen. Unser Selbstverständnis ist es, für eine Gesellschaft einzutreten, in der sich alle Menschen unabhängig von sozialer oder kultureller Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, geistigen oder körperlichen Fähigkeiten, Alter oder sexueller Orientierung mit Respekt und Toleranz begegnen.

Wir verbinden uns solidarisch mit Menschen, die durch eine ausgrenzende Politik und Ideologie an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Demokratie muss täglich neu verhandelt werden – aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n!

Selbstverständnis

  • Alle Unterzeichnenden sind Kultur- und Bildungseinrichtungen, Kunstinstitutionen, kunstausbildende Institutionen, Theater, Museen, Universitäten, Hochschulen und ihre Interessensvertretungen oder Verbände.
  • Neben den erstunterzeichnenden Einrichtungen können ab dem Tag der Erstveröffentlichung in einer Region auch weitere Einrichtungen, Einzelpersonen und Künstler*innengruppen ihre Zustimmung als Unterstützende erklären.
  • Mit der Unterzeichnung erklären sich die Leitungspersonen oder das Leitungsteam bereit, den Text der Erklärung innerhalb der eigenen Organisation unter Mitarbeiter*innen, Ensemblemitgliedern, Kurator*innen, Publikum und Besucher*innen bekannt zu machen und zur Diskussion zu stellen.
  • Die unterzeichnenden Einrichtungen werden auf der Homepage www.dievielen.de sichtbar gemacht.
  • Die Unterzeichnenden werden im Sinne der Werte der Erklärung aktiv, u.a. mit Veranstaltungen und Gesprächen.
  • Im Rahmen der eigenen Öffentlichkeitsarbeit werden die Erklärung und die Kampagne veröffentlicht.
  • Die Kampagne zur Erklärung der Vielen hat einen regionalen Charakter und wird über regionale Zusammenschlüsse bundesweit verbreitet.
  • Die unterzeichnenden Einrichtungen informieren über die „Glänzende Demonstration der Kunst und Kultur – Solidarität statt Privilegien. Es geht um Alle. Die Kunst bleibt frei!“ am 19. Mai 2019.
  • Die Unterzeichnenden verpflichten sich zu gegenseitiger Solidarität mit Kultur- und Bildungseinrichtungen und Akteur*innen, die Hetze und Schmähungen ausgesetzt sind und politisch unter Druck gesetzt werden.

Erstunterzeichner*innen

Academy of Music, Barbara Rucha, Leiterin
ASA-FF e.V., Franz Knoppe, Vorstand
Atomino e.V. Chemnitz
Bach-Archiv Leipzig, Prof. Dr. Peter Wollny, Direktor
Bach-Archiv Leipzig, Franziska Grimm, Geschäftsführerin
Bachfest der Stadt Leipzig, Dr. Michael Maul, Intendant
Bon Courage e.V.
Cammerspiele Leipzig, Sophie Renz, Geschäftsführung
Cammerspiele Leipzig, Christian Hanisch, Künstlerische Leitung
Cammerspiele Leipzig, Michaela Günold, Vorstand
C3 Chemnitzer Veranstaltungszentren GmbH, Dr. Ralf Schulze, Geschäftsführer
D21 – Kunstraum Leipzig, Constanze Müller, Vorstandvorsitzende
Deutsches Literaturinstitut, Jörn Dege, Geschäftsführer
Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Lutz Hillmann, Intendant
DOK Leipzig, Leena Pasanen, Intendantin und Geschäftsführerin
Dresdner Philharmonie, Frauke Roth, Intendantin
EB Heinrich-Schütz-Konservatorium der Landeshauptstadt Dresden, Kati Kasper, Leiterin
Eisler-Haus Leipzig e.V., Etienne Walch, Vorstand
euro-scene Leipzig, Ann-Elisabeth Wolff, Festivaldirektorin
euro-scene Leipzig, Jana Wetzlich, Verwaltungsleiterin
Erich-Zeigner-Haus, Raimund Grafe, Vorstandsvorsitzender
Filmverband Sachsen e.V.
Flügelschlag Werkbühne e.V., Anja-Christin Winkler, Künstlerische Leiterin
Forum Zeitgenössischer Musik Leipzig, Thomas Chr. Heyde, geschäftsführender künstlerischer Leiter
Freie Jugendkunstschule Waldenburg, Olaf Richter, Leiter
FAK – Freunde aktueller Kunst e.V., Klaus Fischer, Vorsitzender
Galerie für Zeitgenössische Kunst, Franciska Zólyom, Direktorin
GEDOK Gruppe Mitteldeutschland e.V., Brunhild Fischer, Vorstandsvorsitzende
Gerhart-Hauptmann-Theater-Görlitz-Zittau GmbH, Klaus Arauner, Generalintendant
Gesellschaft für Gemeinsinn e.V., Dr. Florian Kiel, Vorstand
Gewandhaus Leipzig, Prof. Andreas Schulz, Gewandhausdirektor
Gewandhaus Leipzig, Prof. Dr. Gereon Röckrath, Verwaltungsdirektor
Gottfried-Silbermann-Gesellschaft e.V., Albrecht Koch, Präsident
GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig, Dr. Olaf Thormann, DirektorGRASSI Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig, Dr. Josef Focht, Direktor
GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Léontine Meijer-van Mensch, Direktorin
Staatliche Ethnographische Sammlungen Sachsen
greater form / Giro e.V., Mirko Gust, Vorstand
greater form / Giro e.V., Lina Ruske, künstlerische Projektleitung
HALLE 14 – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Michael Arzt, künstlerischer Direktor
Helden wider Willen e.V., Adriane Jedlitschka, Vorstand
Hentrich & Hentrich Verlag Berlin Leipzig, Dr. Nora Pester, Inhaberin
Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, Thomas Locher, Rektor
Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, Prof. Dr. Benjamin Meyer-Krahmer,
Prorektor für Hochschulentwicklung und Forschung
Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“, Prof. Martin Kürschner, Rektor
HTWK Leipzig, Prof. Dr. Gesine Grande, Rektorin
KINDERVEREINIGUNG e.V. / Kulturwerkstatt KAOS; Jochen Janus, Projektleiter
Kleine Musikschule Lindenau, Natalie Occhipinti, Leiterin
Klub Solitaer e.V., Mandy Knospe, Vorstand
Knalltheater, Larsen Sechert, Leiter
Kreismusikschule „Heinrich Schütz“ Nordsachsen, Prof. Elvira Dreßen, Leiterin
Kultopia GgmbH, Josefa Hose, Geschäftsführerin
Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus, Küf Kaufmann, Direktor
Kulturhaus Arthur e.V., René Szymanski, Vorstand
Kulturinitiative Zwenkau e.V., Steffen Wieser, Vorstand/Vorsitz
Kulturinitiative Zwenkau e.V., Dr. Gerhard Sender, Vorstand
Kulturinitiative Zwenkau e.V., Susanne Schönherr, Vorstand
Kulturkosmos Leipzig e.V., Angela Kobelt, Vorstand
Kultur- und Kommunikationszentrum naTo e.V., Falk Elstermann, Geschäftsführer
Kulturstiftung Leipzig, Prof. Rolf-Dieter Ahrens, Stiftungsratspräsident
Kulturstiftung Leipzig, Olaf Doehler, Geschäftsführer
Kunstsammlungen Chemnitz, Dr. Frédéric Bußmann, Generaldirektor
Kunstverein Freunde aktueller Kunst, Klaus Fischer, künstlerische Leitung/Vorstand
kunZstoffe – Urbane Ideenwerkstatt e.V., Daniela Nuß, Vorstand
Landesbühnen Sachsen, Manuel Schöbel, Intendant
Landesbühnen Sachsen, Artemis Willms, Kaufmännische Geschäftsführerin
Landesrektorenkonferenz Sachsen, Prof. Dr. Klaus-Dieter Barbknecht, Prof. Dr. Gesine Grande,
Matthias Flügge (Vorstand)
Landesverband Amateurtheater Sachsen e.V.
Landesverband Bildende Kunst Sachsen e.V., Lydia Hempel, Geschäftsführerin
Landesbüro Darstellende Künste Sachsen e.V., Helge-Björn Meyer, Geschäftsführer
Landesverband Soziokultur Sachsen e.V.Lauter-leise e.V., Anna Kaleri, Vorstand
Leipziger Tanztheater, Gundolf Nandico, Geschäftsführer
Leipziger Tanztheater, Lutz Werner, Vorstand
Lindenfels Westflügel e.V.
Lindenow e.V. – Verein zur Förderung des Netzwerks der freien Kunsträume im Leipziger Westen,
Anna Schimkat, Vorstand
Literaturhaus Leipzig, Dr. Thorsten Ahrend, Geschäftsführer
Mittelsächsische Theater und Philharmonie GmbH, Ralf-Peter Schulze, Intendant
Mittelsächsische Theater und Philharmonie GmbH, Annett Wöhlert, Schauspieldirektorin
Musikfest Erzgebirge gUG, Ben Uhle, Geschäftsführer
Musikschule „Johann Sebastian Bach“, Matthias Wiedemann, Leiter
Musikschule „Johann Sebastian Bach“, Cathleen Max, Verwaltungsleiterin
Neue Celluloid Fabrik Filmproduktion, Jürgen Kleinig, Geschäftsführer
ongoing project GbR
Oper Leipzig, Prof. Ulf Schirmer, Intendant und Generalmusikdirektor
Oper Leipzig, Ulrich Jagels, Verwaltungsdirektor
Ost-Passage Theater e.V.
OSTRALE – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Andrea Hilger, Direktion
Palucca Hochschule für Tanz Dresden
Produzentengalerie Oscar e.V., Bernd Thiele, Vorstand
riesa efau. Kultur Forum Dresden, Frank Eckhardt, Geschäftsführer
RosaLinde e.V. Leipzig
Universität Leipzig, Centre of Competence for Theatre, Prof. Dr. Günther Heeg, Direktor
Universität Leipzig, Institut für Theaterwissenschaft, Prof. Dr. Patrick Primavesi,
Geschäftsführender Direktor
Schaubühne Lindenfels gAG, René Reinhardt, Künstlerischer Leiter
Schaubühne Lindenfels gAG, Dr. Michael Schramm, Verwaltungsdirektor
Schaubühne Lindenfels gAG, Ilona Schaal, Programmdirektorin
Schauspiel Leipzig, Enrico Lübbe, Intendant
Schostakowitsch in Gohrisch e.V., Tobias Niederschlag, Vorsitzender/ Künstlerischer Leiter
Schweizerhaus Püchau e.V., Martina Jacobi-Wilhelm, leitender Vorstand
Schweizerhaus Püchau e.V., Leonore Kasper, Künstlerische Leitung
smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz, Dr. Sabine Wolfram, Direktorin
smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz, Dr. Jens Beutmann,
Referatsleiter Ausstellungen
Stadt Leipzig, Dr. Skadi Jennicke, Beigeordnete für Kultur der Stadt Leipzig
Städtische Theater Chemnitz, Dr. Christoph Dittrich, Generalintendant
Städtische Theater Chemnitz, Hergen Gräper, Verwaltungsdirektor
Technische Universität Bergakademie Freiberg, Prof. Dr. Klaus-Dieter Barbknecht, RektorTechnische Universität Chemnitz, Prof. Dr. Gerd Strohmeier, Rektor
Technische Universität Dresden
Theater der Jungen Welt Leipzig, Jürgen Zielinski, Intendant
Theater der Jungen Welt Leipzig, Lydia Schubert, Verwaltungsdirektorin
Theaterhaus Rudi, Katrin Gawel, Leiterin
Theatrium Leipzig, Almut Haunstein, Geschäftsführerin
Treibhaus e.V. Döbeln
WELTECHO / Das Ufer e.V., Ingo Scheller, Vorstand

Stand: 12.04.2019

Redaktion TolSax

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