Sachsen nach der Wahl – Stimmen aus der Zivilgesellschaft

Sachsen hat gewählt – hier haben wir für euch ein paar Einschätzungen zivilgesellschaftlich Engagierter zur Landtagswahl 2019 zusammengetragen:

„Die Landtagswahl in Sachsen ist vorbei – wir sind enttäuscht und besorgt. Dass über ein Viertel aller Wahlberechtigten eine antipluralistische, demokratiefeindliche Partei gewählt hat, schockiert. Auf Menschen mit internationaler Biographie, die hier im Freistaat leben, kommen nun fünf äußerst schwierige Jahre zu.

Wie Kanwal Sethi, Filmemacher in Leipzig und Vorstand des DSM sagt: ‚Alle demokratischen Parteien sind nun gefragt, sich entschieden gegen Angstmache zu wehren und Menschen besser aufzuklären.‘

Mehr denn je liegt es jetzt an uns, an der Zivilgesellschaft, sich im Widerstand zu vereinen und gemeinsam für mehr Teilhabe und Menschlichkeit zu kämpfen. Aufgeben ist keine Option.“



Dachverband Sächsischer Migrantenorganisationen
04.09.2019 auf facebook

„Von der kommenden sächsischen Regierung muss ein gemeinsames Signal eines echten Aufbruchs in diesen Fragen ausgehen. Trotz aller Unterschiede muss jenseits der bloßen Verwaltung der kurzfristigen Probleme ein Bild der guten Zukunft entstehen und es müssen konkrete Schritte vereinbart und umgesetzt werden. Das wären wesentliche Bausteine für den Schutz von demokratischen Werten und Spielregeln gegenüber ihren Anfeindungen.“



Stefan Schönfelder,
Geschäftsführer von Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen
04.09.2019

„Die Rechten werden stärker, wenn ihre Positionen übernommen werden. Wir brauchen einen Politikwechsel zu einer auf Menschenrechten basierenden Politik. Die Politik muss Rückgrat zeigen gegen Rassismus.“

Julia Hartmann,
Geschäftsleiterin des Sächsischen Flüchtlingsrats e.V. (SFR)
03.09.2019

„Aber für uns dürfte es schwieriger werden. Die AfD wird versuchen, uns Steine in den Weg zu legen. Weil ihr die Inhalte fehlen, reiben sie sich an ihren Gegnern. Und sie haben ihr Feindbild ja klar benannt: die Demokraten. Also auch wir. Zum anderen könnte es den Effekt geben, dass die Behörden in vorauseilendem Gehorsam alternativen Initiativen plötzlich Stress machen, weil ihnen die AfD im Nacken sitzt. Darauf müssen wir uns einstellen. Aber wir rollen jetzt bestimmt nicht unsere Fahne ein.
Was jetzt hilft, ist mehr Solidarität unter den Aktiven: miteinander sprechen, Zusammenhalt ausbauen. Es gibt ja noch die Gegenbewegung, die Angebote von uns und anderen. Damit machen wir natürlich weiter. Wer weiß, vielleicht wäre es ohne unsere jahrelange Arbeit noch viel schlimmer gekommen bei der Wahl?!“



Sven Kaseler
Augen auf e.V. aus der Oberlausitz
in der taz vom 03.09.2019

„Was tun nach dieser Landtagswahl? Aufgeben und resignieren? Das werden wir nicht!
Aber was heißt dieses Ergebnis für unsere Arbeit? Was nach dieser Landtagswahl mit Sicherheit zunehmen wird sind die Angriffe auf zivilgesellschaftliche und linke Initiativen die sich für eine solidarische Gesellschaft einsetzten.“



Engagierte Wissenschaft
02.09.2019 auf facebook

„Wie auch immer zukünftige Regierungskoalitionen in Sachsen aussehen werden; klar ist: es wird deutlich schwieriger für die Demokratie in Sachsen. Wir dürfen jedoch bei allen Debatten nicht vergessen, dass mehr als 70 Prozent der Menschen in Sachsen der AfD nicht ihre Stimme gegeben haben. Diese Menschen sind die absolute Mehrheit. Wir müssen in den nächsten Jahren gemeinsam dafür sorgen das diese Mehrheit noch lauter und wirksamer wird.“



Grit Hanneforth
Kulturbüro Sachsen e.V.
02.09.2019

Einschätzungen zivilgesellschaftlicher Initiativen schon vor der Wahl

„Wir arbeiten erst mal weiter und lassen uns nicht beirren.“


Martina Glass im Neues Deutschland vom 29.08.2019

Mehr Einschätzungen findet Ihr unter Analysen

Redaktion TolSax

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