Unsere Einschätzung zu den Ergebnisse des Vielfaltsbarometers 2019 der Robert Bosch Stiftung

Vor wenigen Tagen veröffentlichte die Robert Bosch Stiftung ihre neue repräsentative Studie zum Stand der Akzeptanz von Vielfalt in Deutschland. Die gute Nachricht: Insgesamt ist gesellschaftliche Vielfalt im Land relativ gut akzeptiert. Die Mehrheit der Deutschen empfindet das Zusammenleben mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen als bereichernd und weniger als Gefahr. Die schlechte Nachricht: Sowohl im Gesamtindex der Akzeptanz von Vielfalt als auch der Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt landet Sachsen jeweils auf dem letzten Platz. Damit sticht der Freistaat unter allen Bundesländern erneut negativ heraus.

Das vollständige Vielfaltsbarometer 2019 findet ihr übrigens hier zum Download.

Unsere Einschätzung

(1) Die Arbeit unseres Dachverbandes und unserer Mitgliedervereine ist wichtiger denn je! Mangelnde Wertschätzung von Vielfalt hat Auswirkungen auf die Lebensqualität von LSBTTIQ* in Sachsen. Diskriminierung, Pathologisierung, Stigmatisierung sowie Erfahrungen von verbaler und physischer Gewalt sind direkte Folgen. Nur durch kontinuierliche Aufklärung, Sensibilisierung, Beratung, Bildung und politische Interessenvertretung lässt sich langfristig die Lebenssituation von LSBTTIQ* in Sachsen verbessern.

(2) Unsere Arbeit wirkt! Für die repräsentative Erhebung wurde auch erfragt, welche Maßnahmen einen konstruktiven Umgang mit Vielfalt befördern. Die Ergebnisse: Bildung und Aufklärung, die Förderung von Respekt und Toleranz sowie die Stärkung der Vereine. Hier liegen unsere Kernkompetenzen. Und der Bedarf wächst stetig. Einige unserer Mitgliedervereine haben bereits jetzt Schwierigkeiten die wachsende Zahl an Beratungsanfragen abdecken zu können. Der Freistaat Sachsen ist also gut beraten, verlässliche und nachhaltige Förderstrukturen zu garantieren, damit wir unsere Arbeit fortsetzen können.

(3) „Die Akzeptanz von Vielfalt ist wichtig für das Wohlbefinden der Menschen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, so lautet eine der zentralen Aussagen des Vielfaltsbarometers 2019. Die Arbeit unseres Dachverbandes dient auch einem gesamtgesellschaftlichen Auftrag: Nämlich der Stärkung einer offenen, solidarischen und demokratischen Gesellschaft in Sachsen. Dem fühlen wir uns, angesichts des Superwahljahrs 2019 und des bereits stattfindenden rechtskonservativen Rollbacks, umso mehr verpflichtet!

LAG Queeres Netzwerk Sachsen

Die LAG Queeres Netzwerk Sachsen fördert mit Veranstaltungen, Materialien und Sensibilisierung die gleichberechtigte Teilhabe von lesbischen Frauen, schwulen Männern, bisexuellen, transgender, trans- und intergeschlechtlichen und queeren Menschen (LSBTTIQ*) und die Gleichberechtigung aller Geschlechter in deren vielfältigen Lebensentwürfen über alle Generationen hinweg in Sachsen.