Amadeu Antonio Preis

Anlässlich des 25. Todestags von Amadeu Antonio 2015 erstmalig vergeben, würdigt der Amadeu Antonio Preis  alle zwei Jahre Künstler*innen und Künstler*innengruppen aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Theater und Musik. Er zeichnet Werke aus, die sich mit Rassismus und anderen Formen von Diskriminierung auseinandersetzen sowie für Menschenrechte und Diversität eintreten. Der Preis erinnert an Amadeu Antonio Kiowa, seinen gewaltsamen Tod und an die vielen weiteren Opfer rassistischer Gewalt in Deutschland.

Der Amadeu Antonio Preis wird ausgelobt von der Stadt Eberswalde und der Amadeu Antonio Stiftung. Aus allen Einreichungen nominiert eine fachübergreifende Jury bis zu 10 Projekte für die Preisverleihung und entscheidet über die Vergabe der Preise (1. Preis 3000,- Euro, zwei Preise zu je 1000,- Euro). Zusätzlich wird ein Werk aus der Liste der Nominierten mit dem neuen Produktionspreis ausgezeichnet. Die Stadt Eberswalde ermöglicht mit dem Produktionspreis die öffentliche Präsentation eines Werkes.

Erstmals wird im Rahmen des Amadeu Antonio Preises der mit 3000,- Euro dotierte Lars Day Sonderpreis für Kunstvermittlung und Bildung an freie Projekte, Initiativen und Kulturinstitutionen vergeben. Der Sonderpreis zeichnet Projekte aus, die in innovativer Form das Gedenken an die nationalsozialistischen Verbrechen weitertragen. Der Sonderpreis möchte Beispiele für eine zeitgemäße Auseinandersetzung mit der Vergangenheit geben und legt den Fokus auf migrantische Perspektiven.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Amadeu Antonio Preis und das Bewerbungsformular zur Teilnahme.

Darum gibt es den Amadeu Antonio Preis und den Lars Day Sonderpreis

Amadeu Antonio wurde im November 1990 in Eberswalde von Rechtsextremen so sehr mit einem Baseballschläger traktiert, dass er zwei Wochen später seinen Verletzungen im Krankenhaus erlag. Sein Sohn, Amadeu Antonio Jr., hat seinen Vater nie kennen gelernt. Er kam wenige Wochen nach dem Tod Amadeu Antonios zur Welt.

Der angolanische Vertragsarbeiter Amadeu Antonio Kiowa war eines der ersten Opfer rassistischer Gewalt nach der deutschen Wiedervereinigung. In Gedenken an Amadeu Antonio und an alle Todesopfer rechtsextremer Gewalt, zeichnet der Preis Kunstschaffende aus, die sich mit ihrem Werk gegen Rassismus und Diskriminierung engagieren. 

Die Lars Day Stiftung wurde 2001 von der amerikanischen Familie Day in Erinnerung an ihren früh verstorbenen Sohn Lars gegründet. Sie stiftet den Lars Day Sonderpreis, um eine innnovative Erinnerungskultur in einer postmigratischen Gesellschaft zu fördern.

Amadeu Antonio Stiftung

Die Amadeu Antonio Stiftung reagiert auf eine rechtsextreme Alltagskultur, die sich vor allem in den neuen Bundesländern verankert hat. Das Ziel der Stiftung ist es, eine zivile Gesellschaft zu stärken, die dem Problem entschieden entgegentritt. Dafür unterstützt sie Initiativen und Projekte, die kontinuierlich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus vorgehen, sich für eine demokratische Kultur engagieren und für den Schutz von Minderheiten eintreten. Die wichtigste Aufgabe der Amadeu Antonio Stiftung: Lokale Akteurinnen und Akteure über eine finanzielle Unterstützung hinaus zu ermutigen, ihre Eigeninitiative vor Ort zu stärken.