Rassistische Gewalt in Dresden – Angriff auf die Gesellschaft

Die vergangenen Tage zeigten erneut, dass rassistische Gewalt nicht anhand von Einzelfällen erzählt werden kann. Das Klima, das in Dresden wie ganz Sachsen besteht, erklärt diese Taten. Das Problem besteht in allen Altersgruppen, nicht nur in Dresden.

Es sind drei rassistische Angriffe innerhalb weniger Tage, die in Dresden verzeichnet werden mussten. In der Nacht zum Sonntag dem 15. Dezember attackieren Maskierte eine Unterkunft für unbegleitete, minderjährige Geflüchtete, am selbigen Sonntag wird ein Mensch tunesischer Staatsbürgerschaft in der Straßenbahn geschlagen und getreten. Am Dienstag dem 17. Dezember wird ein vierjähriger Junge von seinem Laufrad getreten. Er befand sich mit seiner Mutter auf dem Rückweg aus der KiTa „Kleiner Globus“. Der „Kleine Globus“ wird vom Ausländerrat Dresden e.V. betrieben, der über den Angriff in einer Pressemitteilung berichtete.

Der Ausländerrat Dresden e.V., der Sächsische Flüchtlingsrat e.V. und die sächsische Landeskoordinatorin des Bundesfachverbands für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge e.V. (BumF) erklären dazu:

„Dass es innerhalb weniger Tage zu drei rassistisch motivierten Angriffen kommt, offenbart ein weiteres Mal das gefährliche, gesellschaftliche Klima, dass in der Stadt Dresden immer noch existiert.“ meint Markus Degenkolb, Geschäftsführer des Ausländerrats Dresden e.V.

Degenkolb begrüßt es ausdrücklich, dass im Zuge der Angriffe schnelle Reaktionen der Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping, dem Sächsischen Ausländerbeauftragten Geert Mackenroth, Oberbürgermeister Dirk Hilbert und weiteren Politiker*innen folgten, die die Geschehnisse verurteilten.

Julia Hartmann, Geschäftsleiterin des Sächsischen Flüchtlingsrats e.V. fügt hinzu: „Das Versprechen, dass die neue Regierungskoalition abgegeben hat – klare Kante gegen Rechts zu zeigen – bedeutet viel! Vor allem für die Betroffenen rechter und rassistisch motivierter Gewalt.“

Berechtigterweise habe die Stadt Dresden den Nazinotstand ausgerufen. Bei Symbolpolitik dürfe es auch in der Kommune nicht bleiben, so Hartmann. Eine Zivilgesellschaft, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetze, benötige den Rückhalt aus der Politik.

„Der Staat darf sich nie wieder aus der Verantwortung ziehen, gegen Rechtsradikale vorzugehen.“ so Hartmann.

„Auffallend ist, dass sich die Tatverdächtigen beim Angriff auf die Geflüchtetenunterkunft in einem jungen Alter befinden. Das ist Peer-Gewalt. Auch in der jungen Generation besteht großes Gewaltpotential.“ meint Franziska Jaster, Landeskoordinatorin des BumF.

Das zeigte sich auch bei dem Angriff auf ein 11-jähriges Mädchen in Sebnitz am 06. Dezember, bei dem eine 17-jährige und ein 16-jähriger verdächtigt sind, zugetreten zu haben.

„Das Problem heißt Rassismus und es existiert in jeder Altersgruppe, in ganz Sachsen.“


Kontakt
Ausländerrat Dresden e.V.
-Geschäftsführer-
Markus Degenkolb
Tel.: 0351 / 43 63 730
Mail: degenkolb@auslaenderrat.de

Sächsischer Flüchtlingsrat e.V.
-Geschäftsleiterin-
Julia Hartmann
Tel.: 0351 / 33 23 55 94
Mail: pr@sfrev.de

Sächsischer Flüchtlingsrat e.V.
-Landeskoordinatorin des BumF e.V.-
Franziska Jaster
Tel.: 01590 / 162 70 06
Mail: jaster@sfrev.de

Ausländerrat Dresden e.V.

Der 1990 gegründete Ausländerrat Dresden e.V. setzt sich für die Interessen von Menschen mit Migrationshintergrund in Dresden ein. Ziel seiner Arbeit ist die Förderung der kulturellen, sozialen und politischen Integration von Migranten und der Stärkung ihrer Selbstvertretung.