Augen auf e.V.

Wir sind Jugendliche und Erwachsene zwischen 15 und 45 Jahren aus der Oberlausitz, die es satt hatten, weiterhin allein und jeder mit eigenen Rezepten auf eine seit der Wende 89 beobachteten Situation von zunehmender Resignation, Fremdenfeindlichkeit, rechtsextremistischen Aktivitäten mit ihren häufig gleichen Antworten von der anderen Seite, zu reagieren.

Wir kommen aus Vereinen, Parteien oder Kirchgemeinden bzw. sind auch gar nicht organisiert. Zu finden ist die Initiative vor allem im Dreiländereck Polen-Deutschland-Tschechien, wo wir die Initiative in der kleinen Grenzstadt Zittau im Herbst 2000 aus der Taufe hoben. Nach Aktivitäten in Cottbus und Potsdam, gibt es uns heute auch als Verein Augen auf e.V. in Potsdam.

Uns verbindet keine Programmatik und auch keine religiöse Orientierung. Die Vielfalt in unserer Initiative ist uns wichtig. Was uns verbindet ist eine Gewissheit,

  • dass das Leben noch viel bunter und vielfältiger ist, als wir dies aus unserer „Provinzperspektive“ manchmal wahrhaben und leben können,
  • das die Folgen von zwei Diktaturen in Austausch und Auseinandersetzung aufgearbeitet werden müssen, wenn wir sie „heilen“ wollen
  • das die Demokratie Teil der Lösung und nicht Teil des Problems für die spürbare Depression unserer Grenzregion ist und
  • das die EU-Osterweiterung vielmehr Chance zur Gestaltung als Verlust durch die Öffnung bedeutet

Fremdenfeindlichkeit, Ängste vor noch mehr Veränderung, Rechtsextremismus: Für uns ist dies alles Ausdruck des sich immer noch vollziehenden gesellschaftlichen Wandels von einer Diktatur hin zu einer demokratisch verfassten Gesellschaft im vereinten Deutschland.

Die Demokratie gilt schnell als Sündenbock für die zum Teil dramatisch verlaufende wirtschaftliche Entwicklung (höchste Arbeitslosigkeit in Sachsen). Sie muss herhalten, wenn Rathäuser oder Regierungen wieder neue Einschnitte in das soziale Ausgleichssystem beschließen. Schulschließungen und Kulturabbau hat es „früher“ nicht gegeben.

Die Demokratie als Teil der Lösung dieses Problems zu verstehen und danach zu handeln, ist eines der Herzensanliegen unserer Initiative „Augen auf – Zivilcourage zeigen“.

„Demokratie braucht Beteiligung“, wir nehmen diese gern gebrauchte Weisheit deshalb wörtlich. Wir wollen:

  • mit kulturellen Aktionen wie z. B. Ausstellungen, Festivals, Kino, Theater und generations- und grenzübergreifender politischer Bildungsarbeit ein offenes Netzwerk schaffen, welches die Lebensqualität in unserem Umfeld hebt.
  • einer selbstgerechten Politikauffassung widersprechen und unsere Mittel der inhaltlichen, politischen und öffentlichen Arbeit als Provokation versus Bequemlichkeit einsetzen.
  • uns und den Leuten zeigen wie man gemeinsam Spaß im Leben haben kann, Schranken in den Köpfen einreißen, Kulturen verbinden, Aufklärung betreiben (z.B. über historische Fakten und über ideologische Grundlagen und Erscheinungsformen des Faschismus/Stalinismus), den Politikern auf die Finger schauen und wo nötig auch drauf klopfen.
  • den Opfern und Ausgegrenzten helfen und ihnen zeigen, sie sind nicht allein.
  • Fremdenfreundlichkeit und Toleranz leben und mit dieser Zivilcourage zu mehr Sensibilität in der Wahrnehmung dessen, was öffentlich geschieht, beitragen.
  • Netzwerker sein, ein Knoten für Informationen und Dienstleistung, um Menschen und Institutionen miteinander zu verbinden, die sich für friedliche, demokratische und menschenwürdige Verhältnisse engagieren.

Kontakt

Ansprechpartner:
Sven Kaseler

Straße / Postfach:
Augen auf – Zivilcourage zeigen ! c/o Augen auf e.V. Oberlausitz
PF 1112
02751 Zittau

Telefon:
0173/3608067

Fax:

e-mail:
kasi@augenauf.net

Internetadresse:
www.augenauf.net

Augen auf e.V.

Seit 2000er aktiv in der Oberlausitz, um Toleranz und Zivilcourage zu fördern.